Lange Haftstrafe für Täter Geschäfte in Meppen und Lingen leer geräumt

Von Horst Troiza

Vor dem Landgericht Osnabrück musste sich ein Täter der Einbrecherbande aus dem Emsland verantworten.  Foto: Michael GründelVor dem Landgericht Osnabrück musste sich ein Täter der Einbrecherbande aus dem Emsland verantworten. Foto: Michael Gründel

Meppen/Lingen. Als Verantwortlicher für eine Einbruchsserie, unter anderem in Lingen und Meppen, bei der er ausschließlich Geschäftslokale heimsuchte, ist ein 39-Jähriger aus dem mittleren Emsland zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Osnabrück hat den geständigen Mann in 26 Fällen für schuldig befunden, insgesamt waren 47 Taten angeklagt gewesen. Der gelernte und mehrfach einschlägig vorbestrafte Schweißer war Ende Oktober 2017 von der Polizei direkt nach einem Einbruch in Nordhorn gestellt und in Untersuchungshaft genommen worden.

Pkw geortet

Bereits zwei Monate zuvor waren an seinem Fahrzeug auf richterliche Weisung technische Ortungsmittel angebracht worden, mit denen die Ermittlungsbehörden eine Übereinstimmung zwischen den verschiedenen Standorten und Tatorten nachweisen konnten. Im Auto entdeckten die Polizisten nach der Festnahme Diebesgut, ebenso später in seiner Wohnung.

Viele Läden betroffen

Bei der anderthalb Jahre dauernden Einbruchsserie suchten die Diebe Bekleidungsgeschäfte sowie Fachhändler für Lederwaren, Parfümerien und andere Läden mit zum Teil hochwertigen Waren heim, manche gleich mehrmals. In Lingen wurden aus einem Damenmodengeschäft bei drei Einbrüchen nicht weniger als 526 Artikel gestohlen, der Wert der Beute betrug 28.000 Euro. In Meppen war ein Lederwarengeschäft Schauplatz eines Einbruchs, dort fielen den Tätern Markenartikel wie Taschen, Koffer und Schirme im Gesamtwert von 9.100 Euro in die Hände.

Beute im Wert von 250.000 Euro

Manche der Taten verübte der Angeklagte allein, andere zusammen mit einem unbekannt gebliebenen Komplizen. Wie er zugab, war er für das Knacken der Schlösser zuständig, was er mit handwerklichem Geschick durchführte. So blieben die Sachschäden jedes Mal gering. Die Ermittlungsbehörden gaben den Gesamtwert der Beute mit 250000 Euro an. Wie der 39-Jährige gestand, erhielt er für jedes geknackte Schloss 350 Euro, manchmal als „Draufgabe“ noch ein Kleidungsstück oder Ähnliches.

Umfassendes Geständnis

Zu Beginn des Prozesses hatten sich die Beteiligten auf eine Verständigung geeinigt. Demzufolge wurde der Strafrahmen zwischen fünf Jahren und drei Monaten und fünf Jahren und neun Monaten fixiert. Ausschlaggebend dafür war aber ein umfassendes Geständnis des Angeklagten. Dies hat nach Darstellung der Kammer „die Feststellungen über die Tathergänge erleichtert“, obwohl manches, wie zum Beispiel die Anzahl und die Namen seiner Komplizen im Unklaren blieben. Das Urteil lautet auf fünf Jahre und sechs Monate Haft.

Keine Einsicht gezeigt

„Der Angeklagte hat an keiner Stelle des Verfahrens Einsicht gezeigt oder sich etwa bei den Geschädigten für seine Taten entschuldigt“, rügte die Vorsitzende der Kammer des Landgerichts. Dabei seien viele nachhaltig geschädigt worden, da sie auf Forderung der Versicherungen teure Diebstahlsicherungen anschaffen mussten oder nun höhere Beiträge zahlten. Zusätzlich zur Haftstrafe wurde vom Gericht eine Einbeziehung von 5.600 Euro angeordnet. Diese Summe entspricht dem materiellen „Gewinn“ des Angeklagten aus den Beutezügen.