„Echte Männer reden“ Männerkabarett des SKM Meppen Auftakt zu Beratungsprogramm

Von Bianca Meyering


Meppen. Probleme müssen in den Augen vieler Männer selber gelöst werden, denn sonst gilt man als schwach. Der Sozialdienst Katholischer Männer in Meppen (SKM) möchte mit diesem Tabu brechen und plant unter dem Motto „Echte Männer reden“ einige Veranstaltungen, um ins Gespräch zu kommen. Den Auftakt machte nun das Männerkabarett im Jam Meppen.

Seit etwa zwei Jahren beschäftigt sich SKM damit, was mit den Männern dieser Welt passiert. Schließlich habe sich das Rollenbild des Mannes vom Beschützer und Ernährer geändert. Männer seien heute offener, kommunikativer, nehmen am Familienleben teil und sind stärker in die Erziehung eingebunden. In den Beratungsstellen sei es aber schwierig, hinter die Fassade der Männer zu schauen. Viele Männer trauten sich nicht, über ihre Probleme zu sprechen, um keine Schwäche zu zeigen. Dies sei ein Grund, weshalb zwei Drittel aller Suizide von Männern begangen werden und auch Suchtprobleme häufiger bei Männern auftreten.

Dialog fördern

Aus diesem Grund setzt sich der SKM sich mit dem Thema auseinander und will mit den Männern in den Dialog treten. So plant der Sozialdienst einige Veranstaltungen in diesem Jahr. Unter dem Motto „Echte Männer reden“ werden verschiedene Themenfelder aufgegriffen, die für Männer und deren Problemlagen interessant sind und den Dialog mit dem „starken Geschlecht“ fördern sollen. Das gaben nun Geschäftsführers Arnold Esters und 2. Vorsitzender Heinz Bröring bekannt.

Verein wächst

Vor 30 Jahren beschlossen einige Männer in Meppen, sich sozial zu engagieren und damit wurde der SKM gegründet. Der Verein wuchs stetig. Gab es zunächst nur die soziale Beratung und ab 1992 die Flüchtlingsbetreuung, berät der Verein seit 2015 auch bei Fragen der Integration. Nun richtet sich das Augenmerk der etwa 25 Mitarbeiter zusätzlich auf die Männer, deren Probleme und die Frage, wie sie mit der veränderten Rolle in der Gesellschaft umgehen können.

Männerleben aufs Korn genommen

So war das „Männerkabarett“ mit dem Kabarettisten Peter Vollmer im Jugend- und Kulturzentrum Jam als Öffner für Männer, aber auch Frauen gedacht. Vollmer legte sofort rasant los. Denn die Männer hätten es in diesen Zeiten ja sichtlich schwer. Befänden sie sich doch in der Midlife-Crisis zwischen Iron Man und Pflegefall. Sie haben alle Freiheiten, aber gehen früh ins Bett. Überdies sei die letzte Bastion der Männer mit der Einführung der Einparkhilfe auch gefallen. Die zahlreichen anwesenden Gäste kamen aus dem Lachen nicht heraus. So merkte Vollmer am Schluss der Veranstaltung auch an, dass das Publikum aus sich heraus gekommen sei.

Erfahrener Kabarettist

Dass Vollmer die Lacher auf seiner Seite hatte, verwundert bei seinem Lebenslauf nicht. Schließlich ist der 1962 geborene Kabarettist bereits seit 1992 mit verschiedenen Solo-Programmen unterwegs. Zudem spielt er regelmäßig im Eifelturm Theater in Köln und schreibt als Autor satirische Beiträge für das WDR-Fernsehen. Auch einige regionale Auszeichnungen hat Vollmer gewonnen. Die Anwesenden waren ebenfalls allesamt begeistert und ließen Vollmer erst nach zwei Zugaben von der Bühne.


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