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28.04.2018, 13:54 Uhr KOMMENTAR

Zeit für Veränderungen im Emsland

Von Hermann-Josef Mammes


In Siegespose präsentierte sich Marc-André Burgdorf im März 2012 nach seiner Wahl zum Dezernenten – unter den Augen von Landrat Reinhard Winter und Sitzungspräsident Hermann Schweers (von links). Archivfoto: Hermann-Josef MammesIn Siegespose präsentierte sich Marc-André Burgdorf im März 2012 nach seiner Wahl zum Dezernenten – unter den Augen von Landrat Reinhard Winter und Sitzungspräsident Hermann Schweers (von links). Archivfoto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Marc-André Burgdorf als designierter CDU-Kandidat für das Amt des emsländischen Landrats ist keine große personelle Überraschung. Mit ihm hat die Partei eine möglicherweise langfristige Lösung, sollte aber nicht erwarten, dass die Wahl im Mai 2019 zum Selbstläufer wird. Ein Kommentar.

Der Vorschlag ist nicht wirklich überraschend. Marc-André Burgdorf soll nach dem Willen des emsländischen CDU-Vorstandes neuer Landrat werden. Der Name wurde vielerorts im Vorfeld bereits als Favorit gehandelt.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich in den vergangenen Monaten und Jahren aus dem Kreise der Bürgermeister oder der anderen Kreisdezernenten ein anderer Kandidat für die Winter-Nachfolge nicht unbedingt aufgedrängt hat. Eine intensive Suche über diese Gruppe hinaus hat es wohl nicht gegeben. Mit Burgdorf geht die Partei kein großes Risiko ein und hat zugleich eine möglicherweise langfristige Lösung.

Gleichwohl sollte die CDU nach teils desaströsen Ergebnissen bei Bürgermeisterwahlen im Emsland nicht davon ausgehen, dass der Urnengang im Mai 2019 für Burgdorf zum Selbstläufer wird. In den vergangenen sechs Jahren hat er in seinem Dezernat sehr solide Arbeit auf Kreisebene abgeliefert. Falls der Christdemokrat jedoch für seine Partei den erwarteten Wahlsieg einfährt, wird er anschließend den Beweis antreten müssen, dass er dem Landkreis seinen eigenen Stempel aufdrücken kann.

Im erfolgsverwöhnten Landkreis ist das Geld vorhanden, um neuen Visionen Raum zu geben. Ein einfaches „Nur weiter so!“ ist zu wenig. Es wird Zeit für Veränderungen. Schon bei seiner Wahl zum Dezernenten im Februar 2012 kündigte er an, dass er die „dynamische Entwicklung des Emslandes mitgestalten will“. Einem Landrat stünden hierfür sehr viele Optionen offen.

Man darf zudem gespannt sein, ob jetzt die anderen Parteien im Emsland eigene Landratskandidaten aufstellen. Für einen interessanten Wahlkampf wäre es wünschenswert. Dabei besitzt Burgdorf wie bereits seine Vorgänger Hermann Bröring und Reinhard Winter den großen Vorteil, dass er die Kreisverwaltung aus dem Effeff kennt.

Aber wer weiß, vielleicht überraschen die anderen Parteien ja mit interessanten Bewerbern. Nicht zuletzt die Wahlsiege der unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Dieter Krone in Lingen und Helmut Knurbein in Meppen haben gezeigt, dass sich die CDU ihrer Sache nicht zu sicher sein sollte.


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