Urteil am Amtsgericht Meppen Marihuana-Plantage betrieben: Geldstrafen für zwei Herzlaker

Von Gerd Albers

Wegen Betreibens einer Marihuana-Plantage sind zwei Herzlaker zu Geldstrafen verurteilt worden. Symbolfoto: dpaWegen Betreibens einer Marihuana-Plantage sind zwei Herzlaker zu Geldstrafen verurteilt worden. Symbolfoto: dpa

Meppen. Zu empfindlichen Geldstrafe hat das Meppener Amtsgericht zwei Männer aus Herzlake verurteilt. Sie hatten eine Marihuana-Plantage betrieben.

Beide Angeklagten zeigten sich geständig, die Plantage im vergangenen Jahr im Haus eines der beiden Männer, eines Kleinunternehmers, errichtet zu haben. Da beide Konsumenten von Marihuana waren, kam ihnen der Gedanke, sich die Stecklinge in den Niederlanden zu besorgen, um dann in den Räumen des Betriebs Marihuana für den Eigenbedarf zu ziehen. Zwar habe man eine große Anzahl von Stecklingen erworben, aber nicht gedacht, dass der Ertrag bei ca. 400 Gramm liegen würde.

Aufgefallen war die Plantage der Steuerfahndung, die sich im Betrieb des Unternehmers aufgehalten hatte. Bei der polizeilichen Durchsuchung wurden dann etwa 400 Gramm Rauschmittel sichergestellt.

Keinen Verkauf beabsichtigt

Im Rahmen der Ermittlungen hatte der Unternehmer die Plantage als eine Eigenmächtigkeit seines Angestellten angesehen. Im Verfahren legte er allerdings ein Geständnis ab und schilderte den Sachverhalt als ein gemeinsames Handeln. Man habe sich eine kostengünstige Plantage zum Eigenkonsum angelegen wollen. Ein Verkauf der Ernte sei nicht beabsichtigt gewesen.

Auch der Besitz von Weichdrogen sei nach dem Gesetz strafbar, erläuterte der Oberstaatsanwalt in seinem Plädoyer. Der Gesetzgeber sehe hier sogar Freiheitsstrafe vor. Deshalb forderte er für beide Angeklagten eine Freiheitsstrafe von je zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Die Bewährungszeit habe drei Jahre zu sein.

Minder schwerer Fall

Dies sah die Verteidigung ganz anders und wies darauf hin, dass es auch möglich sei, in einem minder schweren Fall, bei dem keine Freiheitsstrafe in Betracht käme, auf eine Geldstrafe zu erkennen. Ein solcher Fall liege hier eindeutig vor. Deshalb solle man hier, aufgrund der Geständnisse und der bisherigen Straffreiheit der beiden Angeklagten, von einer Freiheitsstrafe absehen und auf eine Geldstrafe erkennen. Die Höhe stellte sie in die Entscheidung des Gerichts.

Diesem Antrag folgte das Schöffengericht und verurteilte den älteren Mann zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 20 Euro, insgesamt also 3600 Euro, und den Selbstständigen zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 70 Euro, mithin 5600 Euro. Die Kosten des Verfahrens sind ebenfalls von den Angeklagten zu tragen.