Ein Bild von Ina Wemhöner
29.04.2018, 11:00 Uhr EIN KOMMENTAR

Nahliegende Hilfe nicht ausreichend

Kommentar von Ina Wemhöner

Geschlagen, getreten und bedroht – wenn der eigene Partner seine Gewaltausbrüche nicht unter Kontrolle hat, ist es höchste Zeit für Frau und Kind zu gehen. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpaGeschlagen, getreten und bedroht – wenn der eigene Partner seine Gewaltausbrüche nicht unter Kontrolle hat, ist es höchste Zeit für Frau und Kind zu gehen. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa

Meppen. Geschlagen, getreten und bedroht - wenn der eigene Partner seine Gewaltausbrüche nicht unter Kontrolle hat, ist es höchste Zeit für Frau und Kind zu gehen. Das klingt ganz leicht, aber es erfordert viel Mut und Kraft. Oftmals erfolgt die Flucht eilig in einer Nacht und Nebelaktion.

Schutz bietet ihnen dann das Frauenhaus. Aber was, wenn das schon überfüllt ist? Das Schutzhaus in Meppen musste im vergangenen Jahr 32 Frauen und 35 Kinder abweisen. Grund dafür: fehlende Kapazitäten. Hier scheint die schnelle und nahliegende Hilfe nicht auszureichen.

Die Frauen und Kinder müssen zwar nicht zurück zu ihren brutalen Männern, jedoch müssen sie in weiter entfernten Häusern in Nordhorn, Leer, Lingen oder Emden untergebracht werden. Das ist besonders für berufstätige Frauen und schulpflichtige Kinder ein großes Problem. Hier sind die Stadt und das Land Niedersachsen gefordert. Sie müssen mehr Plätze für Frauen und Kinder vorhalten, die Schutz suchen.

Größtes Problem ist auch die anschließende Wohnungssuche, denn eine bezahlbare Unterkunft für eine alleinstehende Frau mit Kindern zu finden, ist mehr als schwierig in Meppen. Einige Frauen sehen hier nur den Weg zurück zum Lebenspartner. Auch hier ist die Politik in der Pflicht, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, damit ihnen diese Zumutung erspart bleibt.


Der Artikel zum Kommentar