Mensch bleibt größte Fehlerquelle Weniger tödliche Unfälle im mittleren Emsland: Das könnten die Gründe sein

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Die Zahl der Unfalltoten im Altkreis Meppen und Lathen hat einen historischen Tiefpunkt erreicht. Hauptunfallursache bleiben Vorfahrtsmissachtungen und nicht angepasste Geschwindigkeiten. Symbolfoto: Jürgen KrämerDie Zahl der Unfalltoten im Altkreis Meppen und Lathen hat einen historischen Tiefpunkt erreicht. Hauptunfallursache bleiben Vorfahrtsmissachtungen und nicht angepasste Geschwindigkeiten. Symbolfoto: Jürgen Krämer

Meppen. Die Zahl der Unfalltoten im Altkreis Meppen und Lathen hat einen historischen Tiefpunkt erreicht. Hauptunfallursache bleiben Vorfahrtsmissachtungen und nicht angepasste Geschwindigkeiten. Was sagt ein ADAC-Verkehrsexperte zu den Zahlen, die die Polizei vorgelegt hat?

Es war eine erfreuliche Nachricht, die die Leiterin des Polizeikommissariats Meppen, Martina Schümers, und ihr Stellvertreter Raimund Brinkmann, für das Jahr 2017 verkünden konnten. Noch nie gab es weniger Unfalltote in einem Jahr. „Auch wenn drei Menschen noch immer drei zu viel sind, ist das schon als positiv zu bewerten“, sagt Schümers im Gespräch mit unserer Reaktion. Im Jahr 2016 gab es zehn Unfalltote im Zuständigkeitsbereich der Meppener Beamten. Insgesamt gab es 2017 mit 2247 Unfällen knapp 100 weniger als im Jahr davor. Somit ging auch die Anzahl der Schwerverletzten von 130 auf 115 und der Leichtverletzt von 462 auf 454 zurück.

Verkettung von unglücklichen Zufällen

Nils Linge, Pressesprecher des ADAC Weser-Ems, erklärt, dass die geringe Zahl an Unfalltoten viele Faktoren hat. Zu einem sei jeder Unfall, wie es auch die Polizei erklärt, eine Verkettung von unglücklichen Zufällen und hätte viele einzelne Faktoren. „Deshalb ist es schwer, genau zu sagen, warum es nur drei Unfalltote gab“, sagt Linge. „Ein möglicher Grund kann aber der schlechte Sommer sein. Bei schlechtem Wetter fahren wenig Motorradfahrer mit ihren Maschinen. Denn gerade Motorradfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet.“ Dass es insgesamt weniger schwere Unfälle gibt, erklärt der ADAC-Experte damit, dass auch die Assistenzsysteme in den Fahrzeugen immer umfangreicher werden. Gerade in den vergangenen Jahren hätten sich viele Menschen ein neues Auto angeschafft. Der Faktor Mensch sei einfach der unberechenbarste Faktor auf der Straße.

Immer wieder Handy am Steuer

Diese Behauptung stützt die Untersuchung der Polizei nach den Hauptunfallursachen. 32 Prozent aller Unfälle im Jahr 2017 geschahen, weil die Vorfahrt missachtet wurde. Darauf folgen mit 17 Prozent eine nicht angepasste Geschwindigkeit sowie mit 16 Prozent zu geringer Abstand bzw. Auffahrunfälle . Neun Prozent gingen auf das Konto von Alkohol und Drogen aus. „Am einfachsten von diesen Faktoren wäre Alkohol am Steuer zu bekämpfen“, sagt Schümers. „Und natürlich das Handy am Steuer, welches bei allen Unfallursachen zu finden ist. Wir wollen hierzu in Zukunft verstärkt Kontrollieren und durch Aufklärungskampagnen sensibilisieren.“

Unfälle mit Radfahrern

Verkehrsunfälle mit Radfahrern zählte das Polizeikommissariat Meppen 2017 insgesamt 182. Die Anzahl liegt damit knapp über dem des Vorjahrs mit 180. „Glücklicherweise blieb der Großteil der Radler unverletzt oder trug nur leichte Blessuren davon“, sagt Brinkmann. „Damit liegen wir auf dem Niveau des Vorjahres.“ Dass die Anzahl der Schwerverletzten zurückgegangen ist, sei ebenfalls erfreulich, besonders jedoch, dass es keine Getöteten gab. Das findet auch ADAC-Sprecher Linge: „Die Rettungssysteme sind besser und vor allem schneller geworden. Natürlich ist aber immer noch Luft nach oben da, vor allem im ländlichen Raum. In Zukunft werden Autofahrer und auch andere Verkehrsteilnehmer von der neuen automatischen Notruffunktion (eCall) bei Unfällen profitieren, die die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte deutlich beschleunigen kann.“


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