Mitarbeiter gesucht Telefonseelsorge Emsland führt fast 7600 Gespräche

Von Iris Kroehnert

Fast 7600 Gespräche führte die Telefonseelsorge im Jahr 2017. Symbolfoto: dpaFast 7600 Gespräche führte die Telefonseelsorge im Jahr 2017. Symbolfoto: dpa

Meppen. Den Dienst am Telefon bezeichnete Hermann Niemann, Vorsitzender der Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim, auf der Mitgliederversammlung als ein anspruchsvolles Ehrenamt. Doch es werde immer schwieriger, neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Die Finanzlage des Vereins habe sich hingegen verbessert. Auch lobte Niemann die gute Vernetzung des Vereins. Im Jahr 2017 leisteten die ehrenamtlichen Mitarbeiter insgesamt 5272 Stunden Dienst am Telefon und führten dabei 7589 seelsorgerische Gespräche. Im direkten Telefondienst tätig waren 66 Personen, davon 54 Frauen und zwölf Männer. „Im Laufe des vergangenen Jahres schieden sieben ehrenamtliche Mitarbeiter aus, neun weitere haben sich auf unterschiedliche Zeit beurlauben lassen“, sagte Niemann. Erfreut zeigte er sich darüber, dass elf neue Mitarbeiter den Dienst aufgenommen hätten.

94 Nachtdienste

Dass die Dienstzeiten gut besetzt waren, brachte Niemann lobend zum Ausdruck. „Wir konnten fast alle 94 Nachtdienste am Dienstag und Freitag besetzen“ sagte er. Darüber hinaus war das Telefon an 365 Tagen zwischen 7 und 22 Uhr besetzt. Seit September 2016 würden alle eingehenden Anrufe regional zugeordnet. „Damit ist die Verteilung der bundesweiten Handyanrufe auf alle Stellen Geschichte“, erklärte Niemann. Daraus würde aber auch folgen, dass ein leichter Rückgang bei den Anrufen zu verzeichnen gewesen wäre. Zudem würde es zusätzlich seit vergangenen September eine so genannte Klientenbindung geben. „Das bedeutet, dass Anrufer, die schon einmal die Telefonseelsorge angerufen haben, dieselbe Stelle erneut erreichen“, erläuterte er. Ziel der Maßnahme sei, die Gespräche mit den Mehrfachanrufern zu reduzieren. Dadurch würde die Einrichtung wieder besser erreichbar sein.

Einsamkeit

Die durchschnittliche Dauer eines Gespräches bezifferte er mit etwa 25 Minuten. Wie bereits in den vergangenen Jahren führen bei den Gründen für den Anruf Einsamkeit, Probleme in der Partnerschaft oder in der Familie, Trennung sowie psychische Erkrankungen die Statistik an.

Derzeit gibt es sechs Supervisionsgruppen, davon vier in Meppen und zwei in Lingen. Für Mitarbeiter im Telefondienst ist die Supervision, die aus zehn dreistündigen Terminen besteht, verpflichtend. Dem Verein gehören aktuell 153 Mitglieder an. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich. Ulla Witza und Christoph Röttker wurden als Beisitzer neu gewählt. Das Amt des Geschäftsführers bekleidet Ludger Plogmann, stellvertretende Vorsitzende ist Gislinde Prange.