Erweiterung des Angebots Windthorst-Gymnasium Meppen bietet Spanisch als zweite Fremdsprache an

Von Tim Gallandi


Meppen. Das Windthorst-Gymnasium Meppen (WGM) erweitert sein Fremdsprachen-Angebot: Als einzige Schule im mittleren Emsland bietet es ab dem Schuljahr 2018/19 Spanisch als zweite Fremdsprache an.

„¿Español? ¡Claro que si!“: Zu dieser Feststellung dürften bald bereits Sechstklässler am WGM kommen. „Spanisch? Na klar!“ – das gilt deshalb, weil die Mädchen und Jungen das Idiom Spaniens und großer Teile Lateinamerikas schon als zweite Fremdsprache wählen können. Bislang ist das erst ab Jahrgangsstufe sieben möglich.

Zum Start in ihre Gymnasialzeit legen alle WGM-Schüler in Klasse fünf mit Englisch los. Im sechsten Schuljahr dann hatten sie bisher die Wahl zwischen Latein und Französisch. Nun gesellt sich Spanisch hinzu, womit die Schule nach Worten von Daniela Brüsse-Haustein die Angebotsvielfalt erweitern will.

Mit den Töchtern oder der Mutter starten

Für die Schulleiterin und ihre Kollegen war der Antrag während der zurückliegenden beiden Jahre mit allerhand Arbeit verbunden. Viel Papierkram inklusive Prognosen für die Entwicklung bis 2023 musste erledigt werden, ehe die Behörden das Okay gaben. Oder, um im spanischen Kontext zu bleiben, das „¡Vale!“. Künftig könnten die Schüler in Stufe sechs je nach Gusto „mit den Töchtern anfangen, also mit Französisch oder Spanisch, oder mit der Mutter, also mit Latein“, sagt Brüsse-Haustein mit Blick auf die romanische Sprachfamilie.

Spanisch ist am WGM keine völlige Neuheit: „Es ist hier seit zwölf Jahren ordentliches Schulfach und Abiturfach. Damals wurde es zunächst für die Oberstufe und als viertes und fünftes Prüfungsfach eingeführt“, erläutert Spanisch-Fachobfrau Anja Pöttker. Seit 2013/2014 wiederum kann Spanisch in Stufe sieben als dritte Fremdsprache belegt werden – genauer: als wahlfreier Kurs mit zwei Wochenstunden am Nachmittag.

Nicht nur für Aficionados

Die Verbreiterung des Angebots ist das eine Ziel, das stärkere Eingehen auf die Bedürfnisse der Schüler das andere. Nicht nur Aficionados (sprich: Liebhaber) von Fremdsprachen erhalten damit eine weitere Option. „Der erste Zugriff auf Spanisch ist unheimlich leicht und logisch“, meint Pöttker. „Auf den ersten Metern kann nichts schiefgehen, und das gibt den Schülern gerade am Anfang Motivation.“ Eine Möglichkeit also auch für jene, die sich später eher auf Mathematik, Naturwissenschaften und Technik konzentrieren wollen.

Generell, so Pöttker, gebe es in der Berufswelt ein breites Spektrum, in dem Spanisch von Nutzen sei. Und auch die regionale Wirtschaft hat Kontakte nach Spanien: „Sämtliche Windräder auf Gran Canaria sind von Enercon“, sagt die Fachobfrau, die aktuell als eine von drei WGM-Lehrerinnen Spanisch unterrichtet. Hinzu kommen vier Referendare.

Schüleraustausch

Als Europaschule trage man generell dem Wunsch nach Fremdsprachenunterricht Rechnung, sagt Brüsse-Haustein. Neben Englisch, Latein, Spanisch – mit den drittmeisten Muttersprachlern weltweit – und Französisch – als wichtige Verkehrs- und Bildungssprache – bietet das WGM zudem im AG-Bereich am Nachmittag Italienisch und Polnisch an. Auch in Sachen Kontakt mit Schulen in anderen Ländern ist man breit aufgestellt: Der Austausch mit einem Gymnasium auf Gran Canaria in Jahrgangsstufe acht ist bereits etabliert.