Bürger und Parteien uneins Fünf Lösungsvarianten für Meppener Kanalstraße

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Meppen. 17 Zuhörer haben die Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Sicherheit und Feuerwehr der Stadt Meppen verfolgt. Die meisten von ihnen wollten wissen, wie die Kanalstraße ausgebaut wird und ob die 17 Sumpfeichen gefällt werden.

Bereits in der Einwohnerfragestunde zeigte sich schnell, wie kontrovers das Meinungsgemenge ist. Der Meppener Bürger Karsten Osmers forderte den Erhalt der Bäume. Ansonsten sei Meppen „schrecklich baumlos“. Renate Caillé setzte noch einen drauf: „Unsere Stadtmitte ist Grüntod.“ Es gab aber auch Wortmeldungen besorgter Bürger, die auf die Gefahrensituation in der Kanalstraße verwiesen. So würden die Wurzeln die Bürgersteige stark beschädigen. „Das führt zu gefährlichen Stürzen.“ Unklar ist noch, wer später die Kosten des Ausbaus bezahlt. Es könnte sein, dass die Anwohner mit zur Kasse gebeten werden.

Davon unabhängig stellte die UWG-Fraktion mit Jochen Hilckmann den Antrag, die „Gefahrensituation“ zu entschärfen. Daraufhin legte die Stadtverwaltung fünf Varianten vor. Amtsleiter Volker Arents schilderte noch einmal den Status quo. Die Kanalstraße sei Teil des städtischen Rings und werde täglich von 5700 Kraftfahrzeugen benutzt.

Auf der südlichen Seite gibt es einen Gehweg (1,35 Meter breit), einen Radweg (1 m breit) sowie einen Sicherheitsstreifen (0,75 m). Auf der südlichen Seite der Kanalstraße gibt es einen Gehweg (1,20 m), einen Radweg (1 m) sowie einen Seitenraum (1m). Hier stehen die 17 Sumpfeichen mit einem Stammdurchmesser zwischen 30 und 60 Zentimeter. „Es war ein klarer Fehler“, die Bäume dort zu pflanzen. Die Wurzeln führten im Geh- und Radweg sowie der Straße zu großen Schäden. Laut Arents gibt es eine Baumexpertise, wonach ein Abschneiden der Wurzeln sogar direkt unter der Oberfläche zum Absterben der Bäume führen würde.

Fünf Varianten

Die Verwaltung erarbeitete fünf Lösungsvarianten. Bei den Varianten eins und zwei würden die Laubbäume allesamt erhalten. Die Radfahrer müssten sich aber komplett auf der Straße bewegen. „Gerade abends wird hier aber geparkt“, so Arents. Deshalb müsse man entweder ein Parkverbot (Variante eins) verhängen oder zwischen den Bäumen Parknischen (Variante zwei) schaffen.

Fällen der 17 Bäume

Die Varianten drei, vier und fünf sehen das Fällen der 17 Laubbäume vor. Bei der Variante drei würden anschließend neue Bäume mit einem 1,5 m breiten Wurzelschutzstreifen gepflanzt. Auf der nördlichen Seite würde es keinen Radweg geben. Hierfür einen farblich markierten Radfahrstreifen (1,85 m) auf der Straße und die Straßenbreite würde sich von 6,44 m auf 4,60 m verengen. Auf der Südseite würde sich wenig verändern. Bei der Variante vier würden Bäume auf beiden Straßenseiten gepflanzt und beide Radfahrstreifen auf die insgesamt 8 Meter breite Straße verletzt.

Favorit der Verwaltung

Favorit der Stadtverwaltung ist jedoch Variante fünf. Beide Straßenseiten erhalten einen Gehweg (1,35 m) und einen Radweg (1 m). Als Abgrenzung zur Straße wird jeweils eine Buchenhecke (0,75 m) gepflanzt. Die Fahrbahn selbst wäre noch 6,44 m breit.

Unterschiedliche Meinungen

Auch wenn es noch keinen Beschlussvorschlag gab, benannten die Fraktionen in der Sitzung bereits ihre Favoriten. Johannes Hessel (SPD) sagte: „Wir geben Variante zwei den Vorrang.“ Auch für Martin Tecklenburg (Bündnis 90/Die Grünen) kommen nur die Varianten eins und zwei und damit der Erhalt der Bäume in Betracht. Jochen Hilckmann (UWG) spricht sich für die Variante 5 aus. Allerdings sollte der ein oder andere Baum doch wieder angepflanzt werden. Mit dem Vorschlag konnte sich auch Reiner Fübbeker (CDU) anfreunden. Die Stadt sei schließlich auch „in der Verkehrssicherheitspflicht“. Nur Marlies Gruber (CDU) sprach sich in Gänze für den Vorschlag 5 aus und fügte hinzu: „Wir haben nicht nur am Stadtwall sehr viel Grün in der Stadt.“Ausschussvorsitzender Jürgen Schwering (CDU) gab die Maxime vor: „Wir wollen dieses Jahr eine Entscheidung.“


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