The Gregorian Voices begeistern Mystischer Chorgesang in Meppener Gustav-Adolf-Kirche

Von Gerd Mecklenborg

Die acht Sänger der Gregorian Voices überzeugten in Meppen mit voluminösen, routinierten und klangvollen Stimmen. Foto: Gerd MecklenborgDie acht Sänger der Gregorian Voices überzeugten in Meppen mit voluminösen, routinierten und klangvollen Stimmen. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Nicht nur die mystischen mittelalterlichen Choräle, die man erwartet, wenn acht Männer mit gesenktem Haupt in braunen Mönchskutten in die Kirche einziehen, haben auf dem Programm der Gregorian Voices gestanden. Bei ihrem zum Schluss mit Standing Ovations belohnten Auftritt in der Meppener Gustav-Adolf-Kirche gab es im zweiten Set auch wunderschöne Popsongs zu hören.

Dieser stimmige Mix aus ernster, geistlicher und weltlicher Musik überzeugte die Zuhörer. Mehrstimmige gregorianische Gesänge und Choräle aus dem 8. und 9. Jahrhundert prägten den ersten Teil des Programms. Die mystisch-meditativen Gesänge erinnerten an liturgische Gesänge in Klöstern und Kathedralen, in Auszügen auch mit russisch-orthodoxer Einfärbung.

Das Ensemble aus Bulgarien eröffnete das Konzert mit Chorälen aus der frühen Gregorianik im Wechsel mit Liedern und Madrigalen aus der Zeit der Renaissance. Dabei erlebten die andächtig lauschenden Zuhörer vollendeten Gesang, der ein Höchstmaß an Musikalität, Disziplin und Konzentration erfordert. Den Sängern kam dabei die nunmehr sehr gute Akustik im erneuerten Innenraum der Gustav-Adolf-Kirche zugute. Das alles ließ den Auftritt der „singenden Mönche“ zu einem echten Hörerlebnis werden.

Voluminöse Stimmen

Alle acht Sänger der international bekannten Formation haben eine klassische Gesangsausbildung und führten die Konzertbesucher mit den teils sehr alten Chorälen und ihren voluminösen, routinierten und klangvollen Stimmen durch eine mystische Zeitreise. Spannend waren die Arrangements und die harmonische Mehrstimmigkeit, die die Veränderung der Klänge, die in der langen Geschichte der Gregorianik eine breite Vielfalt entwickelten, perfekt wiedergaben.

Nach der Pause erklangen dann viele Klassiker der Popmusik. Etwa Lionel Richies „Hello“, Leonard Cohens „Hallelujah“, „Massachusetts“ von den Bee Gees und Bob Dylans „Knockin‘ On Heaven’s Door“. Bei diesem Song wagte sich das Ensemble sogar an die dynamischere Interpretation der Guns N‘ Roses heran.

Höhepunkt mit „Sounds Of Silence“

Einen interessanten Höhepunkt des Konzertabends lieferten die Gregorian Voices mit „Sounds Of Silence“ von Simon & Garfunkel ab. Anfangs noch gespickt mit ungewohnt jazzigen Blue Notes in der Zweistimmigkeit, entwickelte sich eine wunderschöne träumerische Mehrstimmigkeit, die die ursprüngliche Romantik des Songs besser zur Geltung brachte.

Bei allen Popsongs wechselten bei den einzelnen Strophen die Solisten und brachten so ihre geschulten Stimmen – vom hohen Tenor bis zum tiefen Bass – auch als Leadsänger zu Gehör. Mit dem traditionellen Spiritual „Amazing Grace“, dem Allstars-Songprojekt „We Are The World“ und „Thank You For The Music“ von Abba verabschiedeten sich die Gregorian Voices von ihrem begeisterten Meppener Publikum.