Vernetzte Verkehrsträger Gespräch in Emmen über Innovationen für die Region

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

In großer Runde diskutierten deutsche und niederländische Unternehmer und Politiker über eine bessere Zusammenarbeit in der Grenzregion rechts und links der Europastraße 233. Foto: Manfred FickersIn großer Runde diskutierten deutsche und niederländische Unternehmer und Politiker über eine bessere Zusammenarbeit in der Grenzregion rechts und links der Europastraße 233. Foto: Manfred Fickers

Emmen. Wie das Gebiet rechts und links der Europastraße 233 zum „innovativsten Korridor von Nordwesteuropa“ werden kann, darüber haben Politiker und Unternehmer aus der deutsch-niederländischen Grenzregion in Emmen, Niederlande, diskutiert.

Zehn Jahre, nachdem die zur deutsch-niederländischen Grenze führende Nationalstraße 37 in den Niederlanden nach dem vierstreifigen Ausbau zur Autobahn 37 hochgestuft wurde, war es Zeit für eine Bilanz und einen Ausblick, meint die Initiative A37/E233. In einer der Diskussionsrunden sagte Erica Slump, Leiterin der Infrastrukturbehörde Rijkswaterstaat Noord-Nederland, dass der für den deutschen Teil der E 233 von Unternehmern geforderte vierstreifige Ausbau und der für den A-37-Abschnitt Meppel-Hoogeveen zur Diskussion stehende sechsstreifige Ausbau für sich genommen keine Probleme lösen. Dem wachsenden Transportvolumen zwischen dem Westen der Niederlande und Norddeutschland müsse unter Berücksichtigung aller Verkehrsträger innovativ begegnet werden. Es zeigte sich, dass die Mehrheit der Beteiligten diese Auffassung teilt.

Henk Brink, Beigeordneter der niederländischen Stadt Emmen warb dafür, die Lage zwischen Nordwesteuropäischen Zentren für als Chance zu begreifen. Zusammen mit den deutschen Partnern sollten sich die Kommunen an der Europastraße als attraktive Standorte für Unternehmen, besonders aus der Logistikbranche präsentieren. Dafür sei der vierstreifige Ausbau der E 233 zwischen Meppen und Emstek bei Cloppenburg unerlässlich. Außerdem sollte auf der Bentheimer Eisenbahn grenzüberschreitend von Coevorden bis Neuenhaus der Personenverkehr wieder aufgenommen werden.

Landrat Reinhard Winter, Landkreis Emsland, wies auf die laufende Planung zum Ausbau des 84 Kilometer langen Abschnitts der E 233 zwischen den deutschen Autobahnen 31 und 1 hin. „ Eine vierspurige E 233 kann der Region ähnlichen wirtschaftlichen Rückenwind verleihen, wie es der vorzeitige Lückenschluss der Autobahn 31 im Landkreis Emsland getan hat.“ Die Beteiligung an der Finanzierung des Genehmigungsverfahren, 300.000 Euro vom Ministerie van Infrastructur en Milieu und der Provinz Drenthe, sowie Fördergeldern in Höhe von fast 80.000 Euro seitens der Stadt Emmen und dem Städtering Zwolle-Emsland beweise die gute Zusammenarbeit der Beteiligten.

Geschäftsführer Markus Honnigfort, Eurohafen Emsland, Haren, stellte die Bedeutung des Güterumschlags zwischen Schiene, Straße und Wasserweg heraus. Der Erfolg des 2007 eröffneten Hafens habe die Erwartungen der Gesellschafter Landkreis Emsland, Stadt Haren (Ems) und Stadt Meppen übertroffen. Der Dortmund-Ems-Kanal sei mit seinen Verbindungen über den Dollart in die Niederlande und über Kanäle zur Weser und Elbe eine Alternative zum Rhein. Die Lage nahe der Grenze beim Kreuzungspunkt von A 31 und E 233 mache den Eurohafen zum Hafen für Südostdrenthe.

Der Vorstand der Bentheimer Eisenbahn, Joachim Berends, griff in einer Podiumsrunde das Thema Vernetzung der Verkehrsträger auf, denn: „Das Transportwesen an der E 233 muss nachhaltiger werden.“ Die Bentheimer Eisenbahn betreibt im niederländischen Coevorden den Containerumschlagplatz EuroTerminal. Er wünscht sich eine Angleichung der Regelungen. Als Beispiel nannte er, dass ein deutscher Lokomotivführer nicht ohne Sprachkenntnisse nachzuweisen in die Niederlande fahren darf, der Binnenschiffer und der Lkw-Fahrer dagegen schon. Solche Beispiele brachten weitere Teilnehmer der Runde, denn in den Niederlanden und Deutschland gelten immer noch unterschiedliche Richtlinien. Das betrifft den Lkw-Verkehr ebenso wie Eisenbahn und Schifffahrt. Honnigfort wies darauf hin, dass in den Niederlanden Kanäle für den vierlagigen Containertransport auf Schiffen ausgebaut werden, in Deutschland habe der Ausbau für dreilagigen Containertransport gerade erst begonnen. Wethouder Bouke Arends, Provinz Drenthe, wünscht sich intelligente Transportsysteme. Forscher und Unternehmen sollten gemeinsam an neuen Konzepten arbeiten.

Streckenverlauf der Europastraße E233 Quelle: Landkreis Emsland / Bundesanstalt für Straßenbau Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Eric van Oosterhout, Bürgermeister der Stadt Emmen, meint, angesichts vieler kleiner Hindernisse sei eine Revolution nötig, um weiter zu kommen. Es gehe nicht um neue Straßen, sondern um eine engere Zusammenarbeit. Einmal pro Jahr sollten die Beteiligten über Ergebnisse und Ziele diskutieren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN