Versprochene Leistungen nicht erbracht Meppener Gericht verhängt drei Jahre Haft wegen mehrfachen Betrugs

Von Heiner Harnack

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Wegen Betrugs in mehreren Fällen ist ein 40-jähriger Mann vom Schöffengericht Meppen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Symbolfoto: Michael GründelWegen Betrugs in mehreren Fällen ist ein 40-jähriger Mann vom Schöffengericht Meppen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Symbolfoto: Michael Gründel

Meppen. Wegen Betrugs in mehreren Fällen hat das Meppener Schöffengericht einen 40-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an Geld gekommen war, ohne die versprochenen Leistungen je zu erbringen. Der mehrfach vorbestrafte Mann gab einige der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu.

Das Verfahren war auf drei Verhandlungstage terminiert, nach zwei Sitzungen konnte aber das Urteil gefällt werden. Der Staatsanwalt musste aufpassen, dass er bei der Fülle der Vorwürfe nicht den Überblick über den Aktenberg verlor.

Einer Geschädigten hatte der 40-jährige Angeklagte versprochen, eine Terrasse mit Überdachung zu renovieren. Er habe lediglich 2500 Euro vorab erhalten, widersprach er der angeblichen Zahlung einer wesentlich höheren Summe durch die Frau. Auch sei er an Rheuma erkrankt gewesen, sodass das Geld einfach durchgegangen sei. Die Frau habe ihm auch angeboten, ihn finanziell zu unterstützen, worauf er aber sofort gesagt habe, dass er das Geld vorläufig nicht werde zurückzahlen können.

Material nie erhalten

Es habe auch keine partnerschaftliche Beziehung mit Gefühlen füreinander gegeben, widersprach er einer Frage des Richters nach einem eventuell privaten Zusammenhang. Das Geld habe er für Arztbesuche, Medikamente und offene Rechnungen verwenden müssen, erzählte er dem Gericht. Des weiteren hatte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft mehrfach Gegenstände wie Schlagbohrer und verschiedene elektrische Sägen über das Internet angeboten, die Zahlungen erhalten, aber die Gegenstände niemals geliefert. Hinzu kam der Vorwurf, mehrfach ohne Fahrerlaubnis gefahren zu sein. Am ersten Verhandlungstag stellte sich heraus, dass der Beschuldigte Mitte April bereits eine Haftstrafe wegen anderer Delikte würde antreten müssen. Zum zweiten Verhandlungstermin erschien er nicht.

Eine Zeugin sagte aus, der Mann habe ihr erzählt, er sei als Subunternehmer einer anderen Firma tätig und könne ihr ein kostengünstiges Angebot für die Gartenrenovierung inklusive Beschaffung der benötigten Steine vorlegen. Die Zeugin schilderte, dass der Garten später desolater ausgesehen habe als vorher. Insgesamt habe sie Material für knapp 2250 Euro bezahlt, dieses aber nie erhalten.

Gehaltszahlungen nie eingegangen

Besonders hart traf es einen jungen Mann, den die Handlungen des Angeklagten bis kurz vor den Ruin gebracht hätten, wie er ausführte. Der Angeklagte sei Mitglied in einem Sportklub geworden, in dem der Zeuge arbeitete und man sich fast angefreundet habe. Der Zeuge erzählte, er habe das Angebot erhalten, für fast 4700 Euro Gehalt in einem Fitnessstudio zu arbeiten, das der Angeklagte habe gründen wollen. Irgendwann sei es ihm aber verdächtig vorgekommen, immer wieder Geldforderungen erhalten zu haben. Insgesamt 2250 Euro habe er seinem angeblich neuen Chef gegeben. Auch die angekündigten Gehaltszahlungen seien nie bei ihm eingegangen.

In seinem Urteil erklärte der Vorsitzende Richter, der Angeklagte habe viel Leid bei anderen Menschen verursacht. So ordnete das Gericht neben einer dreijährigen Haftstrafe, in der sich sämtliche Betrugsfälle widerspiegeln, eine Einziehung der Schadenssumme von rund 9600 Euro an. Der Verurteilte, der erheblich vorbestraft ist, muss zudem für ein Jahr auf seinen Führerschein verzichten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN