Weidmänner wollen Raubtiere nachhaltig jagen Hegering 11 nimmt an der Aktion Fellwechsel teil

Von Matthias Engelken

Neben einigen Weidmännern, die für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden, erhielten auch Jungjäger ihre Jagdscheine auf der Versammlung. Foto: Matthias EngelkenNeben einigen Weidmännern, die für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden, erhielten auch Jungjäger ihre Jagdscheine auf der Versammlung. Foto: Matthias Engelken

Meppen. Zum Schutz des Niederwildes und zur Unterstützung von Artenschutzprojekten werden Raubsäuger bejagt. Die Felle wurden jedoch bisher nur vereinzelt verwertet. Das soll sich nun ändern. Der Hegering 11 in der Jägerschaft Meppen nimmt ab kommenden Herbst an der „Aktion Fellwechsel“ teil.

Wie der Schriftführer des Vereins, Gerold Wolters, auf der Hegeringversammlung auf dem Ferienhof Brüning deutlich machte, soll ab Herbst dieses Jahres erlegtes Raubwild gesammelt und an die Fellwechsel GmbH übergeben werden. Im vergangenen Jahr war das Unternehmen aus Baden Württemberg gestartet und hatte in einem ersten Pilotprojekt sogenannte Bälge, also die Haut, die den getöteten Tieren abgezogen wurde, gesammelt und entweder gegerbt, getrocknet oder als weiter verarbeitetes Produkt auf den Markt gebracht. Füchse, Marderhunde, Waschbären, Stein- und Baummarder, Iltis, Mink, Nutria und Bisam wurden im Kern angenommen. „Das Ziel ist es, hochwertige Wildpelze zu gewinnen und den Jägern für die Zulieferung entsprechend der Tierart und der Balgqualität eine Vergütung zu zahlen“, erläuterte jetzt Wolters. Dabei würde jedes angelieferte Tier mit verwertbarem Fell individuell markiert. „Die ID-Nummer verbleibt am gegerbten oder getrockneten Fell“, führte er aus.

Nachhaltig

Diese Markierung ermöglicht es auch weiterverarbeitenden Betrieben wie etwa Kürschnern, die Herkunft der Felle aus der nachhaltigen heimischen Jagd zu dokumentieren. Der Bedarf nach qualitativ hochwertiger Ware aus nachhaltiger Jagd ist groß, wie sich im Pilotprojekt zeigte. Von anfangs gut 100 angemeldeten Sammelstellen deutschlandweit, steigerte sich die Zahl auf jetzt gut 250, teilte Wolters mit. Auch deshalb möchten die Meppener Jäger beim Projekt mitmachen. Deshalb wird im Herbst eine Truhe aufgestellt in der die Mitglieder ihr erlegtes Raubwild mit dichtem Winterpelz abgeben können. „Die Tierkörper sollten nach der Erlegung möglichst schnell und platzsparend verpackt und mit dem Herkunftsnachweis versehen werden. Dieser garantiert eine lückenlose Dokumentation“, erläuterte der Weidmann.

Hubertusmessen

Auf gleich mehrere besondere Termine wies auf der Versammlung der Leiter der Jagdhornbläsergruppe Meppen des Hegerings 11, Heinz Albers, hin. So planen die Musiker für das Jahr 2020 ein großes Konzert im Emslandsaal Kamp. Doch auch in den kommenden Monaten nehmen die Weidmänner an vielen Veranstaltungen teil und möchten erneut Hubertusmessen in kirchlichen Gemeinden im Altkreis durchführen. „Interessierte Gemeinden dürfen sich gern an uns wenden“, hofft er auf weitere Konzerte.

Besondere Ehrung

Unterdessen ehrte der Vorsitzende des Hegerings 11 der Jägerschaft Meppen, Heinz Josef Drosten gleich sechs Mitglieder. So sind Wilhelm Augustin, Wilhelm Brümmer, Hermann Gruth, Julius Klene Karl Lampe sowie Bernd Vieler seit 50 Jahren im Verein. Eine besondere Ehrung erhielten Florian für den besten Erntebock und Heiner Hopster für den besten Hegeabschuss.

Der Vorsitzende der Jägerschaft Meppen, Hubert Brandewiede, ging auf die Gefahren der afrikanischen Schweinepest ein und zeigte Möglichkeiten der Gefahreneindämmung etwa bei der intensiven Bejagung von Wildschweinen auf. Dabei appellierte er an die Landwirte, bei der Maisaussaat Schneisen einzufügen, die den Jägern die Möglichkeit böte, Wildschweine besser zu bejagen. Besonders freute er sich über einen hohe Zahl an Jungjägern, die erst kürzlich die Jagdausbildung absolviert hatten und während der Versammlung jeweils ihren Jagdschein erhielten.