Winter sorgte für Verzögerung Spargelsaison im Emsland steht in den Startlöchern

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Etwas verspätet nimmt die Spargelsaison im Emsland nun langsam aber sicher Fahrt auf. Foto: Armin Weigel/dpaEtwas verspätet nimmt die Spargelsaison im Emsland nun langsam aber sicher Fahrt auf. Foto: Armin Weigel/dpa

Meppen. Etwas verspätet nimmt die Spargelsaison im Emsland nun langsam aber sicher Fahrt auf. Unsere Redaktion hat bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nachgefragt, wie es um das Kaisergemüse in diesem Jahr bestellt ist und warum importierter Billig-Spargel nicht gut ist.

„Der Spargel kommt so langsam in Fahrt“, sagt Friederike Herberg von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Wo er in der letzten Woche fast ausschließlich auf beheizten Flächen zu finden war, guckt er nun auch schon unter den Abdeckungen auf den Spargelfeldern hervor.“ Grund für den verspäteten Start sind die tiefen Temperaturen und der wenige Sonnenschein. Asparagus sei es einfach noch zu kalt zum Wachsen gewesen. Erst bei Temperaturen von zwölf Grad im Damm treibe das Gemüse aus.

Langer Frost, später Spargel

Somit stand zum Saisonstart in diesem Jahr weniger Spargel zur Verfügung als in 2017, da sich der Beginn der Spargelzeit im Gegensatz zum vergangenen Jahr um circa zweieinhalb Wochen nach hinten verschoben hat. Außerdem hatte der nasse Winter vielerorts dafür gesorgt, dass die Flächen nicht zu bewirtschaften waren. Erst ab März wurde die Bearbeitung der Flächen durch die Frostperioden und das trockene Wetter wieder möglich.

Angebot und Nachfrage bilden den Preis

Wie teuer der Spargel in diesem Jahr wird, dazu kann Herberg keine genauen Angaben machen. „Bis jetzt gab es aus Deutschland nur beheizten Spargel zu kaufen, dieser liegt preislich deutlich über dem unbeheizten Spargel“, erklärt die Gemüsebauberaterin. „Zu Beginn der Saison ist der Preis für Spargel relativ hoch. Das ändert sich aber im Laufe der Saison und passt sich dem Angebot an. Am Ende entscheiden immer Angebot und Nachfrage den Preis.“

Der beste Spargel kommt aus Deutschland

Im Supermarkt gibt es bereits Spargel aus Peru und Griechenland für unter drei Euro das Pfund zu kaufen. Doch für diese Preisbildung hat Fred Eickhorst von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer kein Verständnis. „Das hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun“, sagt Eickhorst. „Das geht zulasten von allen in der Produktions- und Lieferkette und ist ein absolutes Minusgeschäft. Wer guten Spargel aus der Region essen möchte, der muss bereit sein, den verlangten Preis zu zahlen. Dann haben alle etwas davon, die an der Produktionskette beteiligt sind. Die Qualität des Produkts Spargel ist in Deutschland einfach die Beste.“

Mit dem Freilandspargel fallen die Preise

Beim Hofladen Holtkötter in Geeste steht man bereits in den Startlöchern, um die weißen Stangen zu ernten. Wie teuer in diesem Jahr der Asparagus in diesem Jahr sei, könne man momentan noch nicht abschätzen. Es sei aber für jeden Geldbeutel etwas dabei. Vor allem wenn Ende April bis Anfang Mai der Freilandspargel geerntet werde, würden die Preise fallen. Dies sei auch bei den anderen Betrieben im Emsland so.

Spargelsaison geht bis zum 24. Juni

Die Spargelsaison endet traditionell am 24. Juni (Johannistag). Die Zeit danach benötigt der Spargel, um Durchzuwachsen und ausreichend Reservestoffe für die nächste Saison zu sammeln und einzulagern.


Was man über Spargel wissen muss:

Spargel ist sehr kalorienarm – 100 Gramm liefern gerade einmal etwa 17 Kalorien. Sein hoher Gehalt an unverdaulichen Fasern (Ballaststoffen) sorgt für eine gute Verdauung, Asparaginsäure und Kalium bringen die Nieren in Schwung. Die Farbe des Spargels ist abhängig von der Sorte und der Sonne. Grüner Asparagus wächst über der Erde – deswegen auch seine Farbe. Er ist würziger im Geschmack und enthält mehr Vitamin C. Der Weiße wird erst gestochen, wenn sein Köpfchen die Erdkruste leicht anhebt. Er wächst also komplett unter der Erde, das verleiht ihm ein besonders mildes Aroma. Violetter Spargel ist weißer Spargel mit leicht lilafarbenem Kopf. Das „ervioletten“ erfolgt, wenn der Weiße seine Köpfchen durch die Erde steckt. Er schmeckt etwas kräftiger als der weiße Spargel.Guten, frischen Spargel erkennt man an den geschlossenen Spritzen und feuchten Schnittstellen. Außerdem quietschen die Stangen beim Aneinanderreiben und brechen leicht.

Am besten schmeckt Spargel, wenn er tagesfrisch zubereitet wird. Das heißt, morgens gestochen und mittags oder abends auf den Teller. Ist das nicht möglich, dann die Stangen in ein feuchtes Tuch einschlagen und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren. Doch nicht länger als drei Tage, sonst wird deutlich an Qualität eingebüßt.

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