Auf den Spuren Jesu Schüler des Marianum Meppen reisen nach Israel

Von David Hartmann

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Meppen. In Zusammenarbeit mit dem Lingener „Forum Juden-Christen e.V.“ und dem Ludwig-Windthorst-Haus haben 18 Schüler des Gymnasiums Marianum Meppen an einer Bildungsreise nach Israel teilgenommen. Ziele der einwöchigen Fahrt waren unter anderem Nazareth, Bethlehem und Jerusalem.

Schon seit etwa fünf Jahren versuchten Lehrer des Marianum, eine Reise nach Israel und Palästina zu organisieren, doch es gab immer wieder Hindernisse, die bewältigt werden mussten. Doch nun konnten 18 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer, Mitglieder des Lingener „Forum Juden-Christen“ und weitere Begleiter die Reise im Rahmen des Seminarfachs Israel/Palästina antreten.

Zwei der begleitenden Lehrer waren Martin Voetlause und Michael Fuest, die die Organisation übernommen hatten. „Angesichts des wieder aufgekommenen Antisemitismus und mit Blick auf die Krisenregion unserer Zeitgeschichte schlechthin, in der sich nahezu alle zentralen Problemfelder der Zeitgeschichte abbilden, wird über den Nahostkonflikt häufig unterrichtlich ,doziert‘, aber wirklich zu verstehen ist es vermutlicher eher, wenn man es direkt vor Ort erlebt“, ließen die beiden Lehrer vor der Reise verlauten.

Einblicke ins Westjordanland

Nach dem Flug von Düsseldorf nach Tel Aviv und einer anschließenden Fahrt im Hostel in Tiberias angekommen, konnte die eindrucksvolle und erlebnisreiche Reise so richtig starten. Mit Stationen in Jerusalem, Bethlehem und Nazareth sowie in Galiläa, Caesarea und Jaffa erlebten die Mitreisenden einen Querschnitt durch Palästina und Israel. Sei es die Milchgrotte, die Frauen zur Fruchtbarkeit verhelfen soll, oder eine Taufe am Jordan.

Neben den vielen Kirchen und religiös wichtigen Orten, wie dem See Genezareth oder dem Ölberg in Jerusalem, erhielten die Reisenden auch Einblick in die mehr als komplizierte Situation im autonomen Palästinensergebiet Westjordanland, das mit einer mehrere Meter hohen Mauer von Israel abgetrennt ist. Doch Angst hatten die Schüler kaum. Sie berichten: „Natürlich hatten wir manchmal ein mulmiges Gefühl, besonders abends. Dann sind viele junge Leute in ihren Autos mit lauter Musik an uns vorbeigefahren und haben uns angesprochen. Das war schon komisch, aber wirklich Angst hatten wir nie.“

Vielfältiges Land

Eine brenzlige Situation gab es aber doch, auch wenn sie so erst nicht wahrgenommen wurde. „An einem der Tage hatten wir unglaubliches Glück“, berichtet Voetlause. „Eine halbe Stunde, nach dem wir einen Ort verlassen hatten, gab es genau dort eine Messerstecherei, bei der der Angreifer schließlich erschossen wurde. Das sind Situationen, die natürlich überall vorkommen können, aber trotzdem ist es schon ein sehr komisches Gefühl, wenn man nur kurze Zeit zuvor am Ort war.“

Insgesamt resümieren aber Lehrer und Schüler, eine sehr schöne und interessante Reise gehabt zu haben. „Auf der einen Seite das vielfältige Land und die verschiedenen Kulturen, aber auf der anderen Seite auch die Ausflüge zum Markt oder dem Toten Meer. Ich denke, dass es eine durchaus gelungene Reise war“, reflektiert Fuest die Exkursion.


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