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Brückenteil ist eingesetzt Bauarbeiten an der Ems in Meppen gehen weiter

Von Manfred Fickers


Meppen. Mit einem Tag Verzögerung ist das Mittelstück der neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Ems in Meppen eingetroffen und wurde bis zum Mittag eingebaut.

In der Nacht zum Dienstag gab es Verzögerungen beim Antransport des 31 Meter langen und 23 Tonnen schweren Bauteils. Daher lag die Baustelle den ganzen Tag über still. In der Nacht zum Mittwoch gelangte dann der Schwertransport zur Baustelle auf dem Emsufer im Stadtteil Esterfeld.

Blick auf das Geschehen

Ab 8.30 Uhr wurden die Vorbereitungen getroffen, um das Brückenteil auf den Kranhaken zu nehmen und vom Spezialtransporter abzuheben. Schon um diese Zeit fanden sich Schaulustige ein. Die Stadt Meppen sperrte den unmittelbaren Baustellenbereich aus Sicherheitsgründen ab. Aber vom Schullendamm hatte man auch einen guten Blick auf das Geschehen.

Mitarbeiter des Kranunternehmens Gertzen und der Stahlbaufirma Rohlfing montierten nach dem Abheben des Brückenteils vom Transportfahrzeug Gerüste an die Enden, von denen aus nach dem Einsetzen zwischen die beiden Vorlandbrücken die Haltebolzen angebracht werden konnten. Kranführer Thorsten Eerdmoed hob und schwenkte das Teil vorsichtig bis über die Lücke zwischen den Brückenteilen über der Ems.

Improvisation vor Ort

Dann gab es beim Ablassen eine erste Verzögerung. Das untere der drei Haupttragerohre musst mithilfe von Spanngurten und Ratschen vorsichtig an der Fahrbahnkante der Vorlandbrückenteile vorbei bugsiert werden. Dabei fiel ein Hammer in die Ems. Nachdem das gelungen war, zeigte sich das nächste Problem. Zwei Profile, die die Fahrbahn tragen, waren je knapp zwei Zentimeter zu lang. Also wurden sie mit dem Schneidbrenner leicht eingekürzt. Danach ging es zügig voran. Erst wurden auf der Esterfelder Seite Bolzen eingesetzte, dann die ersten Bolzen an der Kuhweide. Um 12 Uhr lag das Brückenteil in Position.

Fertigstellung im Mai

Damit ist die Brücke aber noch nicht fertig. Als Nächstes werden die Pylonen montiert, an denen die Stahlseile befestigt sind, die der Brücke Stabilität geben. Dann können die Hilfsstützen aus der Ems entfernt werden. Es fehlt noch die Beleuchtung der Brücke, Handläufe und der Anstrich an den Übergangsstellen der Brückenteile. Außerdem müssen noch die Brückenzufahrten einen dauerhaften Fahrbahnbelag bekommen. Die Stadt Meppen hat daher die Fertigstellung für den Mai angekündigt.


Neuer Fußgänger- und Radfahrerübergang

Bei dem neuen Fußgänger- und Radfahrerübergang der Ems zwischen dem Stadtteil Esterfeld und der Meppener Kuhweide handelt es sich um eine Schrägseilbrücke, aufgehängt an zwei Pylonen. Die Pylonen werden 15,50 Meter hoch sein. Die Brücke selbst besitzt eine Spannweite von 73 Metern. Sie hat bei mittlerem Wasserstand der Ems eine lichte Höhe von 4,40 Meter über Wasseroberfläche. Der 2,50 Meter breite Weg auf der Brücke ist mit einem rutschfesten Kunststoffbelag versehen und durch ein 1,30 Meter hohes Geländer gesichert. Damit können Streufahrzeuge im Winter über die Brücke fahren. 2016 bezifferten die Planer die Kosten auf 720.000 Euro. Der Anteil der Stadt Meppen liegt bei 300.000 Euro. Weil der Brückenneubau sei Bestandteil des Naturparkprojektes „Grenzenlos Moor“ zur Förderung des Tourismus ist, fließen insgesamt 420.000 Euro über die Ems-Dollart-Region, das Land Niedersachsen und die Provinz Drenthe im Rahmen des europäischen Interreg-Programms in das Vorhaben. Bauherr ist die Stadt Meppen, die Planung hat die Lindschulte Ingenieurgesellschaft Emsland, Meppen übernommen und die Bauausführung die Firma Joachim Tiesler Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG, Elsfleth.