Juristische Konsequenzen möglich Anwohner erbost über neues Meppener Sondergebiet

Von Hermann-Josef Mammes

30 Zuhörer haben die Sitzung des Meppener Planungs- und Bauausschusses verfolgt. Die meisten von ihnen kamen aus Esterfeld. Foto: Hermann-Josef Mammes30 Zuhörer haben die Sitzung des Meppener Planungs- und Bauausschusses verfolgt. Die meisten von ihnen kamen aus Esterfeld. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Gut gefüllt waren die Besucherplätze während der Sitzung des Meppener Planungs- und Bauausschusses. Die meisten Zuhörer interessierten sich eigens für den Bebauungsplan „westlich des Cheruskerweges“ im Stadtteil Esterfeld.

Letztendlich empfahl der Fachausschuss bei einer Gegenstimme von Carsten Keetz (Grüne) und einer Enthaltung von Jutta Oestreicher (BfM) die erneute Auslegung des Bebauungsplanes für den Zeitraum von zwei Wochen.

Neues Sondergebiet

Planer Michael Meier vom Büro NWP aus Oldenburg stellte die Details vor. Danach wird südlich der Fullener Straße am Ortsausgang ein neues Sondergebiet „Wohnen mit Pferdehaltung“ ausgewiesen. Neben dem Erhalt des unter Denkmalschutz stehenden Hauses will der Inhaber eine neue Bewegungshalle für Pferde errichten. „Mit dem Sondergebiet ist hier auch nichts anderes möglich“, sagte Meyer in der öffentlichen Sitzung vor 30 Zuhörern.

Bäume werden gepflanzt

Da die Fläche einen Retentionsraum von 54 Kubikmetern im bisherigen Überschwemmungsgebiet beansprucht, sollen als Kompensation auf einer Ackerfläche zwischen Meppen und Versen auf 366 Quadratmetern Erlen, Eschen und andere Laubbäume gepflanzt werden. Zudem sei ein Pflanzstreifen als Abgrenzung zum Überschwemmungsgebiet an der Fuller Straße vorgesehen. Statt eines Lärmwalls soll zur Straße hin eine Lärmschutzwand errichtet werden. Hierfür werde ein neues Schallgutachten erstellt.

Bau- und Gartenmarkt

Planer Meyer trug die Anregungen und Einwände von sechs Anwohnern des Cheruskerweges vor, die von einem Osnabrücker Rechtsanwaltbüro vertreten werden. Ein Kritikpunkt sind mögliche Geruchsimmissionen durch die Pferdhaltung. Laut Planer Michael Meyer würden die gesetzlichen Vorhaben nicht überschritten. Grünen Ratsherr Keetz sagte: „Alles läuft hier aus dem Ruder.“ Unbeantwortet blieb seine Frage an die Stadtverwaltung: „Trifft es zu, dass der Inhaber sich sein Areal schön planen lässt, damit er im Norden seine Flächen verkauft.“ Keetz spielte damit auf die geplante Ansiedlung des Baustoffhandels Mayrose sowie des Hagebaumarkts (Bau- und Gartencenter) auf der gegenüberliegenden Straßenseite im nördlichen Bereich der Fullener Straße (L 47) auf einer Fläche von 7,66 Hektar an.

Großer Unmut

Bereits in der Einwohnerfragestunde machten mehrere Anwohner ihrem Unmut Luft: „Mit dem Sondergebiet ,Cheruskerweg’ werden unsere Häuser im angrenzenden Wohngebiet um bis zu 30 Prozent im Wert gemildert“, sagte Martin Zimmer. Baudezernent Dieter Müller entgegnete: „Das leuchtet mir überhaupt nicht ein.“ Hier entstünde lediglich eine Pferdebewegungshalle. Das sei keine intensive Tierhaltung. Ein weiterer Redner kündigte unterdessen juristische Konsequenzen an.

Jeweils einstimmig beschloss der Ausschuss zwei Bebauungspläne. Im Gewerbegebiet „Nödike“ kann am Höftehof ein weiteres Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Die Erschließungsstraße mit einem Wendehammer startet an der Schwefinger Straße.

13 neue Wohnhäuser können in Teglingen errichtet werden. Hier sind auch unterschiedliche Haustypen und Farbgebungen erlaubt. „Ortsvorsteher Heinz Hackmann sagte: „Im bisherigen Baugebiet ist nur noch ein Bauplatz frei.“ Es gebe bereits „reichlich Bewerbungen“ für das neue Wohnbaugebiet im Dorf.