Fußgängerzone sieht „noch sehr gut aus“ Meppen Einkaufsstadt für 136.870 Menschen

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Ein gutes Zeugnis hat ein neues Gutachten der Meppener Fußgängerzone ausgestellt. Foto: Hermann-Josef MammesEin gutes Zeugnis hat ein neues Gutachten der Meppener Fußgängerzone ausgestellt. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Das aktualisierte Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt Meppen hat Diplom-Geografin Katharina Staiger in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses vorgestellt. Dabei sagte sie: „Im Vergleich zu anderen Mittelzentren sieht die Meppener Fußgängerzone noch sehr gut aus.“

So gebe es zum Beispiel in Fürstenau nach Einschätzung der GMA-Expertin (Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung) wesentlich mehr Leerstände im Einzelhandel. Die Stadt Meppen musste ihr Einzelhandel- und Zentrenkonzept aus dem Jahre 2010 nicht zuletzt wegen des neuen Landesraumordnungsprogramms anpassen. Die 105-seitige Expertise listet für Meppen 255 Einzelhandelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche von 125.100 Quadratmetern auf und damit zehn Geschäfte bzw. 1420 Quadratmeter weniger als vor acht Jahren.

Sehr gute Lage

„Meppen mit seinen 35.000 Einwohner ist ein Mittelzentrum und besitzt rein rechnerisch ein Einzugsgebiet im Einzelhandel für 136.870 Menschen“, so Staiger. Meppen habe eine sehr gute Lage mit einem großen Kongruenzraum. Die Ausdehnung reiche von Oberlangen bis Geeste sowie von Twist bis Sögel. Und selbst Kommunen wie Lahn, Werlte oder Sustrum gehörten noch zum erweiterten Einzugsgebiet.

Viele Pendler

Dabei sei Meppen zugleich für viele Menschen Arbeitsplatz. Es gebe 19.367 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das sei in Relation zur Einwohnerzahl ein hoher Anteil. Es pendeln 11699 Menschen von außerhalb jeden Tag nach Meppen zur Arbeit, während andererseits nur 6157 Meppener auswärts arbeiten.

Lebensmittel wohnortnah

Staiger ging in Sachen Einzelhandel auf die Meppener Situation ein. „Die Lebensmittelmärkte sind gut auf das Stadtgebiet verteilt“, so die Diplom-Geografin. Viele Meppener könnten die Discounter fußläufig in zehn Minuten erreichen. Der Edeka-Markt in der Esterfelder Stiege habe das größte Einzugsgebiet. Staiger begrüßte die Pläne einer Erweiterung. Sie gab auch eine kurze Einschätzung zur Meppener Einkaufspassage (MEP) ab: „Sie wird nicht so gut frequentiert wie angedacht.“. Während die Expertin der Kreisstadt bei den meisten Sortimenten wie Bekleidung, Schuhe, Elektrowaren, Schmuck sowie Bau- Heimwerker- und Gartenbedarf der Stadt bescheinigte, dass sie gut aufgestellt sei, gab es auch Versorgungsengpässe. Diese sieht sie im Bereich der Bücher, Spielwaren sowie der Fahrräder.

Zudem könnte sie sich gut vorstellen, dass Meppen bei der Event- und Außengastronomie mit seiner besonderen Lage am Wasser noch stärker punkten könnte. Weiter müsse die Anbindung zwischen dem historischen Stadtkern und der MEP verbessert werden.

Auf Nachfrage des SPD-Ratsherrn Bernd Kaiser, sagte Staiger: „Wirtschaftlich würde ein Outlet-Center an der Autobahn in Meppen sicherlich funktionieren.“ Aber hierfür würde es niemals eine Genehmigung der Landesbehörden geben.

Düstere Zukunft

Die Lebensmitteldiscounter in Meppen. Grafik: Heiner Wittwer

Auf die Frage von CDU-Ratsfrau Marlies Gruber nach der Zukunft der Innenstädte antwortete die Expertin: „Es gibt düstere Prognosen, wonach der Einzelhandel in deutschen Innenstädten in den kommenden 10 bis 20 Jahren um 50 Prozent schrumpfen wird.“ Als Alternative gerade für die Nebenlagen des Einzelhandels sieht sie ein neues innerstädtisches Wohnen an. Staiger wörtlich: „Die Innenstädte der 1990er Jahre kommen nicht zurück.“


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