Nach Bengalo-Aktion auf der Ems Halle-Fans kritisieren Vorgehen der Polizei in Meppen

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Der Hallesche FC kritisiert das Vorgehen der Polizei und schildert aus Sicht der FC-Fans den Vorfall an der Hase-Hubbrücke am Sonntag vor dem Spiel des SV Meppens. Die Ordnungshüter seien ohne ersichtlichen Grund auf die Gästefangruppe losgegangen und hätten dabei auch Schlagstöcke eingesetzt. Foto: Hermann-Josef MammesDer Hallesche FC kritisiert das Vorgehen der Polizei und schildert aus Sicht der FC-Fans den Vorfall an der Hase-Hubbrücke am Sonntag vor dem Spiel des SV Meppens. Die Ordnungshüter seien ohne ersichtlichen Grund auf die Gästefangruppe losgegangen und hätten dabei auch Schlagstöcke eingesetzt. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Der Hallesche FC kritisiert das Vorgehen der Polizei und schildert aus Sicht der FC-Fans den Vorfall an der Hase-Hubbrücke am Sonntag vor dem Spiel des SV Meppens. Die Ordnungshüter seien ohne ersichtlichen Grund auf die Gästefangruppe losgegangen und hätten dabei auch Schlagstöcke eingesetzt.

Wie unsere Redaktion berichtete, hatten gut 90 Gästefans des Halleschen FC am Sonntag in Meppen für einen größeren Einsatz der Polizei gesorgt. Die Anhänger waren mit zwei polnischen Reisebussen ins Emsland gereist, waren in Haren an Bord des Amisia-Ausflugschiffs gegangen und auf der Ems nach Meppen geschippert. Hier sorgte die Gruppe dann für aufsehen, weil sie auf dem Schiff bengalische Feuer abgebrannt hatte. Von der Emsbrücke aus machte sich die Hallenser-Gruppe zu Fuß in Richtung der Heimfangaststätte Jersey auf. Die zwischenzeitig eingetroffenen Polizeikräfte der Einsatzhundertschaft aus Oldenburg konnte die HFC-Fans noch vor Erreichen der Kneipe stoppen. Sie versuchten, die Polizeisperre zu durchbrechen und griffen die Beamten an. Verletzt wurde dabei niemand. Die 93 Fans wurden daraufhin in Gewahrsam genommen.

Weiterlesen: Spielbericht zur Partie SV Meppen – Hallescher FC

Ausflug ohne Happy End

Der Hallesche FC kritisiert das Vorgehen der Polizei und schildert aus Sicht der FC-Fans den Vorfall an der Hase-Hubbrücke. „Der Gästeblock in Meppen sollte wieder stimmungsvoll und lautstark sein. So war es geplant am Sonntag. Doch es blieb vergleichsweise ruhig, weil viele der für die Stimmung Verantwortlichen nicht ins Stadion durften. Ein Ausflug ohne Happy End“, heißt es auf der Internetseite des Fußballvereins. Nach der Ankunft in Haren habe man eine zweistündige Dampferfahrt auf der Ems nach Meppen gemacht. Die Reise sei „friedlich, gut gelaunt, vorfreudig“ verlaufen. Vor dem Anlegen des Bootes in der Kreisstadt „wurden drei Bengalos auf dem Heck gezündet nebst rot-weißer Rauchfahne – ein Akt der Begrüßung, bei dem niemand zu Schaden kam.“

Einsatz von Schlagstöcken

Als man sich nach dem Anlegen zu Fuß in Richtung Stadion machte, sei man von der Polizei auf der Hase-Hubbrücke gestoppt worden – ohne ersichtlichen Grund, heißt es weiter in der Erklärung. Von den HFC-Anhängern sei keinerlei Aggression ausgegangen. Umso irritierender wäre dann das Vorgehen der Polizei für die Gäste gewesen, die zielgerichtet auf die Gruppe losgegangen sei und dabei auch Schlagstöcke eingesetzt haben soll. Anschließend wurde die komplette Gruppe festgesetzt zur Personenfeststellung. Ein benachbarter Betreiber eines Cafés habe angeboten, den Hallensern Essen und Getränke zu verkaufen. Dies hätte die Polizei aber abgelehnt. Nach der Maßnahme sei man direkt zu den Reisebussen begleitet und mit fünf Polizeifahrzeugen in die Heimat eskortiert worden, ohne das Spiel gesehen zu haben. „Der Hallesche FC bedauert, dass der aufwendige Ausflug mit dem Gegenteil von einem Happy End zu Ende ging“, heißt es abschließend.

Polizei verteidigt Vorgehen

Auf Anfrage bei der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim teilte ein Sprecher mit, dass man die Auffassung der Hallenser nicht teile. Die Beamten seien von aggressiven HFC-Fans angegriffen worden. Daraufhin habe man die genannten Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit rund um das Fußballspiel zu gewährleisten. „Wir wollen niemandem das Fußballvergnügen vermiesen, aber wenn Polizisten angegriffen werden, ist Schluss mit lustig“, sagt der Polizeisprecher.

Unerlaubt Bengalos gezündet

Dass man eine größere Gruppe Fußballfans befördere, sei im Vorfeld nicht bekannt gewesen, sagt Dieter Sturm, Geschäftsführer der Amisia Fahrgastschifffahrtsgesellschaft. Man habe kurzfristig eine Buchung entgegengenommen. Insgesamt sei die Fahrt auf der Ems friedlich verlaufen. Beim Erreichen der Stadtgrenze Meppens wären dann aber unerlaubt Bengalos am Heck des Schiffes gezündet worden. In diesem Zusammenhang würde die Wasserschutzpolizei nun ermitteln.


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