Als Meppen zu Schweden gehörte Sonderausstellung im Emsland Archäologie Museum

Von Iris Kroehnert

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Meppen. „Alter Schwede! Bauern, Bürger und Soldaten im Dreißigjährigen Krieg“ heißt die Sonderausstellung, die m Emsland-Archäologie-Museum in Meppen zu sehen ist.

Den Ausspruch „Alter Schwede“ hat sicherlich jeder schon gehört. Wer jedoch wissen möchte, was sich hinter der Redewendung versteckt, ist gut beraten, sich die die Ausstellung anzusehen. Sie bietet Hintergründe zur Ortsgeschichte, denn wer weiß schon, dass Meppen – zumindest zeitweilig - zu Schweden gehörte? Anlass ist der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs, der vor ziemlich genau 400 Jahren mit dem legendären Fenstersturz in Prag begann. Auch vor Meppen machten die kriegerischen Handlungen nicht Halt, wuchs sich doch das Geschehen zu einem europäischen Flächenbrand aus.

Historiendarsteller der Historical Research Society aus den Niederlanden sorgten bei der Eröffnung dafür, dass für die Besucher die Zusammenhänge noch anschaulicher wurden. Landrat Reinhard Winter erklärte, dass der Ausspruch „Alter Schwede“ zwar erst nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden sei, sich jedoch auf diesen zurückführen ließe. Winter erklärte: „Nach dem Krieg wurden verdiente schwedische Soldaten vor allem in den preußischen Armeen auch als Ausbilder eingestellt.“ Diese Leute wären dann voller Respekt als „alte Schweden“ bezeichnet worden.

Ein gutes Jahr haben die Museumsmitarbeiter die Ausstellung organisiert, zusammengetragen und aufbereitet. Geeignet ist sie für Kinder ab zehn Jahre. Es ist eine interaktive Ausstellung, die an einigen Stationen zum Mitmachen und zum Erkunden der begehbaren Kulissen einlädt. Im Mittelpunkt stehen die Menschen im Emsland, die zu der Zeit lebten. Zu sehen sind Alltagsgegenstände oder deren Nachbildungen. Winter dankte den Leihgebern, unter anderem dem Ostfriesischen Landesmuseum und dem Emsland Museum in Lingen, sowie den Meppener Museumsmitarbeitern.

Einen zentralen Punkt in der Ausstellung nimmt die Schlacht ein, die sich im Januar 1636 auf einem Gelände zwischen Haselünne und Bawinkel zugetragen hat. Silke Surberg-Röhr, Leiterin des Emsland Archäologie Museums, erläuterte in ihrer Ansprache: „Bereits vor rund 20 Jahren haben wir uns schon einmal auf die Suche nach dem Schlachtfeld begeben. Doch - nach wie vor - liegt der genaue Ort dieser Schlacht im Dunkeln der Geschichte vergraben.“ Die historische Quellenlage bezeichnete sie als „schwach und schwammig“. Es gebe nur den Augenzeugenbericht des Obersten zu Kratzenstein, der aufseiten der Schweden an der Schlacht teilnahm. Außerdem gibt es einen Brief, der fünf Tage nach der kriegerischen Auseinandersetzung geschrieben wurde.

Helmut Knurbein, Bürgermeister von Meppen, betonte: „Museen sind das Gedächtnis eines Ortes.“ Darüber hinaus sei ein Museum aber auch ein Ort des Lernens und des Forschens. Der Sonderausstellung wünschte er viele Besucher und bescheinigte den Museumsmitarbeitern: „Sie können stolz auf ihre Leistung sein.“ Für den musikalischen Rahmen der Eröffnung sorgte Pierre Dubois.


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