Erklärung rechtzeitig abzeichnen Arbeiten für Glasfasernetz im Emsland laufen an

Von Hermann-Josef Mammes

Über den Glasfaserausbau informiert Michael Steffens, Dezernent für Kreisentwicklung. Foto: Stefan SchöningÜber den Glasfaserausbau informiert Michael Steffens, Dezernent für Kreisentwicklung. Foto: Stefan Schöning

Meppen. Mit fast 60 Millionen Euro wird im Emsland gerade ein neues Internetzeitalter gestartet: In den Ausbaugebieten Mitte und Süd hat mit dem Spatenstich Anfang März laut Michael Steffens, Dezernent für Kreisentwicklung, der Bau eines Glasfasernetzes durch die innogy Telnet GmbH begonnen.

Herr Steffens, wie ist der Stand des emsländischen Breitbandprojektes, was passiert derzeit genau?

Ziel unserer Breitbandoffensive, für die der Landkreis und die Kommunen viel Geld in die Hand nehmen, wir aber auch erhebliche Fördermittel einwerben konnten, ist ein flächendeckendes Breitbandnetz im Emsland. Den Auftrag für den Bau und den Betrieb des Netzes im südlichen und mittleren Emsland hat das Unternehmen innogy Telnet GmbH erhalten, das jetzt mit seinen Subunternehmen den Ausbau durchführt. Ab jetzt rollen die Bagger, und es werden Glasfaserkabel in die Erde gebracht.

Welche emsländischen Haushalte profitieren von dem Ausbau?

Grundsätzlich gilt das Projekt für die Haushalte, die bisher eine Übertragungsrate mit weniger als 30 Mbit/s im Download besitzen und bei denen kein Telekommunikationsunternehmen eine Ausbauplanung angekündigt hat. Die Beschränkung auf diese weißen Flecken ist eine Vorgabe des Bundes und der Europäischen Union, an der wir nicht rütteln können. Diese Haushalte bzw. deren Eigentümer werden oder wurden auch von uns direkt angeschrieben.

Was ist die Perspektive für die verbleibenden Haushalte?

Mit unserem Ausbauvorhaben senken wir die Quote der weißen Flecken eklatant und nehmen damit landesweit sicherlich einen Spitzenplatz ein. Trotzdem bleiben aus verschiedenen Gründen auch bei uns noch 1,5 Prozent unterversorgte Haushalte übrig, die wir aber in einem zweiten Schritt, vielleicht mithilfe späterer Förderprogramme, ausbauen wollen.

Was müssen Grundstückseigentümer jetzt tun, was müssen sie beachten?

Der Glasfaserhausanschluss wird bis zum Anschlusspunkt kostenlos ins Haus gelegt. Kostenlos ist der Hausanschluss jedoch nur, wenn man noch vor dem Abschluss der Bauarbeiten in der eigenen Straße eine sogenannte Eigentümererklärung unterzeichnet. Mit dieser wird dem Unternehmen gestattet, die notwendigen Arbeiten auf dem eigenen Grundstück durchzuführen.

Wann ist es für den einzelnen Nutzer soweit, wann verfügt er über schnelles Internet?

Grundvoraussetzung ist natürlich, dass der Anschluss gelegt ist, was jetzt nach und nach abgearbeitet wird. Dann muss ein Vertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen geschlossen werden, dies kann die innogy sein. Aber auch andere Unternehmen können die neuen Glasfaserleitungen anmieten und Angebote für den Bürger erstellen, sofern sie daran interessiert sind und eine entsprechende Vereinbarung mit innogy abschließen. Das Landkreisprojekt endet also mit der Verlegung der Glasfaser bis ins Haus, die Nutzung regelt dann letztlich der freie Markt.