Sich im Alltag mehr bewegen Physiotherapeut rät zu regelmäßigen Übungen

Von Stefanie Müller

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Physiotherapeut Jan-Hendrik Determann zeigt eine Übung mit Gewichten. Foto: Stefanie MüllerPhysiotherapeut Jan-Hendrik Determann zeigt eine Übung mit Gewichten. Foto: Stefanie Müller

Meppen. Langes Sitzen, wenig Bewegung oder eine falsche Körperhaltung, Gründe für Schmerzen gibt es viele. Physiotherapeut Jan-Hendrik Determann gibt Tipps, die helfen sollen, schmerzfrei beweglich zu bleiben.

„Unser Körper ist nicht gemacht, um acht Stunden oder länger am Tag zu sitzen. Sitzen ist sogar sehr schlecht für unseren Körper, denn die Wirbelsäule wird beim Sitzen weniger gut versorgt“, erklärt Determann. Viele Berufe werden im Sitzen ausgeübt, der Körper wird schlechter durchblutet und verkrampft. Bestimmte Handgriffe verleiten manchmal dazu, nicht besonders körperschonend zu handeln. Irgendwann reicht eine falsche Bewegung und die Schmerzen, meist im Rücken, sind da. Vielen Menschen kommt das sicher bekannt vor.

„Meistens wissen wir, dass wir uns mehr bewegen sollten. Es fällt uns aber oft schwer, nach einem langen Arbeitstag noch Sport zu machen. Und es ist zudem ein Irrtum, zu denken, man könnte den Schaden von acht Stunden sitzen mit einer Stunde Sport ausgleichen“, sagt Determann. Der Physiotherapeut empfiehlt, einen Sport zu wählen, der Spaß macht und Bewegung in unseren Alltag einzubauen. „Bewegung im Alltag ist besonders wichtig, so bleibt der Körper beweglich und Probleme wie Rückenschmerzen treten seltener auf“, erklärt Determann.

Der Physiotherapeut rät seinen Patienten, sich eine Routine zu überlegen. So könne man beispielsweise in regelmäßigen Abständen die Schultern kreisen, um Verkrampfungen zu lösen. Dehnübungen und leichte Druck- und Zugbewegungen seien ein gutes Training. „Wer am Schreibtisch sitzt, könnte sich angewöhnen, mit nur einem Bein aufzustehen oder vor jedem Aufstehen, die Knie leicht anzuheben“, sagt der Physiotherapeut. Den Schreibtischstuhl gegen ein bewegliches Sitzkissen oder einen Gymnastikball auszutauschen, unterstütze laut Determann zusätzlich, den Körper in Bewegung zu halten.

„Sobald aber Schmerzen oder Verletzungen da sind, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die genaue Ursache herauszufinden“, sagt Determann. Erst wenn die Ursache bekannt ist, könne die richtige Therapie erarbeitet werden. „Schmerzen im Rücken werden nicht immer von einem Bandscheibenvorfall ausgelöst, die Ursache kann auch im Brustwirbelbereich liegen oder auf organische Probleme hinweisen“, erklärt der Physiotherapeut. Eine Therapie erfolgt nach der Diagnose des Arztes und sei immer individuell. Manchmal helfen leichte Übungen oder normales Gehen, manchmal sei eine entlastende Haltung das Richtige. „Ich rate meinen Patienten, auf den eigenen Körper zu hören und die Schmerzgrenze nicht zu weit zu überschreiten. Der Körper schützt sich mit Schmerzen selbst“, erklärt Determann weiter.

Faszienrolle

Eine im Moment beliebte Methode in der Physiotherapie ist die Massage mit einer Faszienrolle. Eine Faszienrolle ist ein Massagegerät aus Hartschaum und kann ganz einfach zuhause genutzt werden. „Die Faszienrolle ist gerade eine Art Hype. Faszien befinden sich im ganzen Körper, sie umhüllen beispielsweise Muskeln wie eine Haut und sind wichtig für Bewegungen“, erklärt Determann. Die Rolle könne sehr effektiv sein, sie helfe aber nicht jedem. Im Internet gebe es viele Videos mit Vorschlägen für die Anwendung. Es sei wichtig, die passende Faszienrolle zu finden, Determann empfiehlt, einen Physiotherapeuten bei der Auswahl zu fragen.

Gesunde Ernährung

„Bewegung hilft uns gesund zu bleiben, es ist aber genauso wichtig, sich gesund zu ernähren und negativen Stress zu vermeiden. Es gibt immer eine Ursache für Beschwerden, als Therapeut muss ich die Ursache kennen, um die richtige Behandlung zu entwickeln“, sagt Determann. Er hat 2013 seinen Bachelor in der Physiotherapie in den Niederlanden gemacht und leitet zusammen mit seiner Mutter die Praxis „Physiotherapie Determann“ in Meppen. Für ihn selbst liegt die Zukunft der Physiotherapie in einer Kombination mit der Osteopathie. Die Osteopathie gilt als Alternativmedizin, laut Determann geht es darum auf wissenschaftlicher Basis, gezielt die Ursache von Beschwerden äußerlich zu behandeln. Determann macht zurzeit seinen Master in der Osteopathie und möchte irgendwann diesen Bereich in seine Praxis integrieren.


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