Serie „Gesund leben“ Familie Jehn aus Meppen: Drei Generationen Mediziner

Von Ann-Christin Fischer

Ein Großteil der Familie absolvierte zusammen einen Lehrgang. V.l.: Ulrich, Lutz und Vater Frank Jehn. Foto: JehnEin Großteil der Familie absolvierte zusammen einen Lehrgang. V.l.: Ulrich, Lutz und Vater Frank Jehn. Foto: Jehn

Meppen. Einen Arzt in der Familie zu haben, ist für viele ein Segen. In der Familie Jehn aus Meppen gibt es gleich einige.

Wie schon sein Vater Hermann ist auch Frank Jehn Mediziner geworden. Seine Kinder taten es ihm gleich: Lutz und Ulrich studierten Humanmedizin, Johanna Zahnmedizin.

„So lange ich arbeite, darf ich nicht schlechter sein als meine Kinder“, sagt Frank Jehn, während er in seiner Praxis in der Schützenstraße in Meppen sitzt und mit einem Lächeln im Gesicht erzählt, wie stolz er auf seinen Nachwuchs ist. Obwohl er Ulrich, Lutz und Johanna nie gesagt habe: „Ihr studiert Medizin“, entschieden sich alle für den sozialen Beruf.

Vor fast 60 Jahren Praxis gegründet

Vor fast 60 Jahren, am 1. Mai 1959, gründete Frank Jehns Vater Hermann seine eigene Praxis. Nun ist es auch schon wieder gut zwei Jahre her, dass Frank Jehn sein 25-jähriges Arbeitsjubiläum feierte und trotzdem ist er noch mit Herzblut dabei! „Die Medizin macht einfach Spaß. Wir arbeiten hart, aber es ist ein toller Beruf.“ Sein Vater und er haben sich quasi die Klinke in die Hand gegeben. Nonverbal habe er die Praxis damals übernommen und somit war klar: Generation 2 übernimmt das Aufgebaute von Generation 1.

Im Rettungsdienst aktiv

Die Jahre zogen ins Land. Doch Frank Jehn arbeitete und arbeitet nicht nur als Arzt für Innere Medizin, Sport-, Arbeit- und Betriebsmedizin – sondern fährt regelmäßig beim Rettungsdienst mit und behandelt Menschen, die akut Hilfe brauchen. Damit er die „Skills“ eines Schiffarztes kennt, machte er zusammen mit seinen Söhnen einen Lehrgang. „Ich möchte mich fortbilden und es hat sich so ergeben, dass wir das zusammen gemacht haben“, erzählt er.

Dass ihn sein Vater irgendwie geprägt hat, ist für Lutz klar. Aber nicht aktiv. „Sicherlich hat Papas Beruf uns auf irgendeine Art und Weise geprägt, das bleibt ja auch gar nicht aus. Aber der Beruf ist auch einfach spannend, abwechslungsreich und einfach eine sinnvolle Tätigkeit.“ Er arbeitet zur Zeit in Marburg, kommt aber wie seine beiden Geschwister regelmäßig nach Hause ins Emsland.

Zahnmedizin

Nur wenige hundert Meter liegen zwischen den Arbeitsstellen von Frank und Johanna Jehn. Sie ist die Jüngste und „etwas aus der Reihe getreten“, wie ihr Vater scherzhaft sagt. Dass es zwischen Zahn- und Humanmedizinern immer die ein oder andere Frotzelei gibt, bleibt auch im Hause Jehn nicht unbemerkt. „Klar machen wir manchmal Scherze, aber dass ich mich für die Zahnmedizin entschieden hab, hat viele Gründe. Und am Anfang wusste ich auch wirklich nicht, für welchen Studiengang ich mich nun entscheide.“ Sie habe sich schlussendlich für die Zahnmedizin entschieden, nicht nur weil sie den Beruf zu schätzen gelernt habe, sondern auch, weil sie Menschen helfen und diese aus einer misslichen Lage befreien könne. „Außerdem wollte ich einen Beruf, in dem ich handwerklich arbeiten kann“, sagt die jetzige Assistenz-Zahnärztin.

Sie ist das einzige der drei Kinder, die ihre Assistenzzeit im Emsland absolviert. Ulrich arbeitet in Münster und für ihn war sein Berufsweg klar, als er beim DRK seinen Zivildienst absolvierte. „Damals wusste ich, das ist es“, erinnert er sich und fasst die Vorteile kurz und knapp zusammen: „Spannend, abwechslungsreich und mit ein bisschen Action.“ Die Medizin scheint es den Jehns angetan zu haben.