Gefahr für Deiche und Dämme Nutria- und Bisamfallen werden in Meppen immer wieder zerstört

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Meppen. Nutria und Bisam sind eingeschleppte Arten und zählen in Deutschland zu den Schädlingen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Meppen stellt den Nagetieren nach, da sie eine Gefahr für die Sicherheit der Deiche und Dämme sind. Allerdings werden immer wieder ausgelegte Fallen der Behörde von Unbekannten mutwillig zerstört.

Nutria und Bisam sind zwei Nagetierarten, die ursprünglich in Europa nicht heimisch waren. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie mit der Hilfe des Menschen, der es auf ihr Fell abgesehen hatte, aus Nord- und Südamerika eingeführt und verbreiteten sich daraufhin sehr schnell. Während der Bisam kein Problem mit strengen Wintern hat, profitiert die Nutria von dem Klimawandel. Beide Arten leben im und am Wasser.

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Bestand regulieren

Es sind vor allem die Wühltätigkeiten der beiden Nager, die gefährliche Schäden an Ufern, Deichen, Dämmen und anderen wasserbaulichen Einrichtungen verursachen, auch im Emsland. Deshalb ist das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Meppen (WSA), welches unter anderem für die Wartung und Instandhaltung des Dortmund-Ems-Kanals, der Ems und des Küstenkanals zuständig ist, bemüht, den Bestand der Tiere zu regulieren.

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Gefahrenabwehr

„Leider wurden in jüngerer Vergangenheit vermehrt unsere Bisam-Fallen mutwillig zerstört“, sagt Hermann Poggemann, technischer Mitarbeiter beim WSA, im Gespräch mit unserer Redaktion. „An der Schleuse Meppen wurden bereits vier Mal und an der Koppelschleuse zwei Mal die Fallen beschädigt. Wir sind dazu verpflichtet, den Bestand der Bisamratten zu regulieren und machen das nicht zum Spaß, sondern zur Gefahrenabwehr. An bestimmten abgelegenen Stellen, besonders an Seitengräben des Dortmund-Ems-Kanals, werden die Nager regelrecht zur Plage.“ Hier müsse man zwingend eingreifen. Ausrotten wolle das WSA den Bisam nicht.

Tägliche Kontrollen

Für das Stellen der Fallen sind die Mitarbeiter des WSA speziell geschult worden und haben darüber hinaus eine Befugnis vom Landkreis Emsland. Weiter werden die Fallen täglich kontrolliert und die gefangenen Tiere nach den Regeln des Gesetzes verwertet. „Die beschädigten Fallen machen uns nur unnötig Arbeit und es kostet Geld“, erklärt Poggemann. „Wir wollen niemanden anklagen, sondern nur darüber Informieren, dass so der Schutz durch Dämme und und Deiche gefährdet wird. Denn der Bisam wie auch die Nutria unterwühlen diese Schutzeinrichtungen mit langen Gängen und Höhlen.“

Nur Jäger dürfen Nutria nachstellen

Gänge und Höhlen bauen Bisam und Nutria in die Deiche und Dämme, sodass diese ihre Stabilität verlieren können. Foto: WSA Meppen

Bei der Nutria kann das WSA nicht selbst tätig werden, da es in Deutschland nur von ausgebildeten Jägern bejagt werden darf. Hier habe man aber die zuständigen Jagdpächter und Hegeringe verpflichten können, sagt Poggemann. Die Tiere werden bis zu zehn Kilo schwer und sind damit deutlich größer als der Bisam, der etwa 1,5 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringen kann. Umso größer sind auch die angerichteten Schäden an den Wasserbauwerken.


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