Spiel mit Gedanken und Worten Johannes Dickebohm aus Meppen veröffentlicht Lyrikband

Von Iris Kroehnert

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Aus Gedankenfetzen entstehen bei Johannes Dickebohm moderne und unkonventionelle Gedichte. Foto: Iris KroehnertAus Gedankenfetzen entstehen bei Johannes Dickebohm moderne und unkonventionelle Gedichte. Foto: Iris Kroehnert

Meppen. „Aus den Katakomben der Ungeduld“ – diesen Titel hat der Meppener Johannes Dickebohm für sein Erstlingswerk gewählt, welches vor wenigen Wochen erschienen ist. In seinem Buch widmet er sich einer modernen Form der Lyrik. Erschaffen hat er ein außergewöhnliches Werk, das abseits vom Mainstream angesiedelt ist.

Dass sich Dickebohm, geboren 1985 und in der emsländischen Kreisstadt seit fast drei Jahren als Rechtsanwalt tätig, mit der Lyrik – und sei es lediglich als Hobby – befasst, hat sich erst während seiner Studienzeit in Osnabrück herauskristallisiert. „Gewiss“, sagt er, „habe ich schon immer gerne gelesen.“ Waren es zunächst Werke der Prosa, wendete er sich nach und nach der Lyrik zu. „Beginnend mit dem siebten oder achten Schuljahr entwickelte sich bei mir eine Affinität, Texte selbst zu schreiben“, berichtet er.

Als besonders prägend für seine Entwicklung als Lyriker bezeichnet er Werke des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq. Er führt dessen Lyrikband „Suche nach Glück“ an, verweist aber auch auf die Einflüsse des schwedischen Dichters Tomas Tranströmer sowie auf die des deutschsprachigen Rainer Maria Rilke.

Gedankenfetzen

Ideen zu seinen Gedichten sammelt Dickebohm überall. „Meist sind es Gedankenfetzen im Kopf, die ich, wenn möglich, im kleinen Notizbuch niederschreibe oder im Handy notiere, damit diese Gedanken nicht in Vergessenheit geraten“, erklärt der Autor seine Methodik und fügt hinzu, „für mich ist es wichtig, unterwegs zu sein, etwas zu sehen und zu entdecken.“ Noch gut erinnert er sich an seine ersten Lyrikversuche. „Es begann mit Zwei-, Drei- und Vierzeilern“, sagt er. „Ich habe dann probiert, ob und wie sich etwas reimt.“

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Inspiration findet er, nach eigenen Angaben, „an jedem Ort und an jeder Stelle“. Genauso könnte ihn aber auch ein Gegenstand inspirieren. „Es ist das Spiel mit Gedanken und Worten, das mich reizt“, nennt er seine Motivation. Auch wenn seine Zeit für schriftstellerische Arbeit, seit seiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt, eingeschränkt ist, stellt er ein zweites Buch in Aussicht. „Es wird früher oder später kommen“, ist sich Dickebohm sicher, „denn auf meinem Laptop habe ich noch viele ungeschliffene und unvollendete Gedichte.“

Messerscharfe Aussagen

Der Leser des Erstlingswerks lässt sich auf moderne sowie zeitgemäße und junge Lyrik ein. Zwar vermögen die Gedichte alle Altersgruppen anzusprechen, doch versteht es das Buch, gerade die Altersgruppe der 20- bis 40-jährigen in seinen Bann zu ziehen.

Dickebohm berichtet über positive Feedbacks, die er erhalten hat. Das Buch werde als anspruchsvoll und tiefgründig empfunden, sagt er. Die Gedichte leben von Kontrasten, gewähren aber auch Einblick in das Seelenleben und stellen Absurditäten bloß. Einerseits gelingen Dickebohm messerscharfe Aussagen, andererseits formuliert er so leicht und originell, dass der Leser sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann.

Erhältlich ist das Buch, das 206 Seiten im Taschenbuchformat umfasst, für 11,95 Euro über das Internet, aber auch über den lokalen Buchhandel. Johannes Dickebohm, Aus den Katakomben der Ungeduld, Rediroma Verlag 2018, ISBN 978-3-96103-303-4


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