1000 Drahtesel repariert Fahrradwerkstatt in Meppen benötigt Nachschub

Von Heiner Harnack

Die Männer der Fahrradwerkstatt am Kossehof hoffen, dass es neue Fahrradspenden aus der Bevölkerung geben wird. Foto: Heiner HarnackDie Männer der Fahrradwerkstatt am Kossehof hoffen, dass es neue Fahrradspenden aus der Bevölkerung geben wird. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Vor knapp drei Jahren wurde die Fahrradwerkstatt am Kossehof in Meppen eröffnet. Hauptanliegen der ursprünglich Zwölf ehrenamtlichen Helfer war es, gegen einen kleinen Obolus Flüchtlingen einen fahrbaren Untersatz zur Verfügung zu stellen. Jetzt suchen die Mitarbeiter dringend nach neuen Drahteseln.

„Wir reparieren Fahrräder, die von Bürgern aus dem gesamten Emsland hier abgegeben werden, da diese sie nicht mehr brauchen“, erklärt Hermann Vey. Man müsse teilweise neue Ersatzteile erwerben oder habe manchmal auch die Möglichkeit, aus alten Fahrrädern funktionierende Einheiten zu entnehmen, schildert er, wie man aus alt neu mache. „Die Flüchtlinge müssen dafür einen Berechtigungsschein der Stadt Meppen, der AWO, des SKM oder des Roten Kreuzes vorlegen“, gibt Werner Schmit die Spielregeln wieder.

Kosten von zehn bis 20 Euro

Die Räder kosteten, je nach Zustand, die neuen Eigentümer zwischen zehn und 20 Euro. Danach werde der Drahtesel codiert, sodass bei Diebstahl dieser relativ schnell wieder identifiziert werden könne. „Leider haben wir derzeit kaum noch Fahrräder und sind dringend auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen“, hofft Peter Liese auf weitere Lieferungen gebrauchter Drahtesel. Vor allen Dingen für Kinder und Jugendliche fehlten die fahrbaren Untersätze.

Ersatzmaterial fehlt

Seit dem Sommer 2015 dürften etwa 1000 Fahrräder die Besitzer gewechselt haben, rechnen die Männer zusammen. Am Anfang sei es doch recht extrem gewesen. In der Zwischenzeit seien die Anfragen zwar auf ein Normalmaß zurückgegangen, aber leider fehle neues Material. „Wir versuchen derzeit, die Räder, die uns Flüchtlinge bringen, wieder zu reparieren, aber es fehlt am Ersatzmaterial“, macht Vey darauf aufmerksam, dass man sonst irgendwann eventuell schließen müsse. „Wir arbeiten schon ab Dienstag, um den Kunden helfen zu können, erzählt Schmit weiter. Ein Kollege käme sogar aus den Niederlanden zu der Gruppe angereist, die ausschließlich aus Rentnern bestehe. Jeder sei willkommen, der helfen wolle.

An jedem Mittwoch zwischen 9 und 12 Uhr hat die Werkstatt am Kossehof geöffnet.