Tathergang unklar Amtsgericht Meppen soll klären: Was geschah in Gemeinschaftsunterkunft in Haren?

Von Stefanie Müller

Um eine Auseinandersetzung in einer Harener Gemeinschaftsunterkunft ging es vor dem Amtsgericht in Meppen. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaUm eine Auseinandersetzung in einer Harener Gemeinschaftsunterkunft ging es vor dem Amtsgericht in Meppen. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Meppen. Im Sommer 2017 ist es in einer Harener Gemeinschaftsunterkunft zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern gekommen. Beide standen jetzt vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 27-jährigen Mann vor, am 7. Juli 2017 einen 25-jährigen Mann in einer Harener Gemeinschaftsunterkunft mit einem Schneebesen mehrmals geschlagen zu haben. Der Geschädigte soll dabei einen Nasenbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung erlitten haben. Er wurde in der Verhandlung als Zeuge vernommen. Ein Dolmetscher übersetzte für beide Männer.

Tat bestritten

Der Angeklagte bestritt die Tat, gab aber zu seinen 25-jährigen Mitbewohner als Dieb beschuldigt zu haben, woraufhin dieser in schupste. Am Tag der Tat sei er gegen 17 Uhr von der Arbeit gekommen und habe in der Küche der Gemeinschaftsunterkunft etwas kochen wollen. Der Herd sei nicht mehr da gewesen. Als der 25-Jährige ebenfalls die Küche betrat, habe er ihn beschuldigt, den Herd gestohlen zu haben. Der 25-Jährige habe ihn dann geschupst. Daraufhin habe der 27-Jährige nach eigenen Angaben gedroht, die Polizei zu informieren. Der 25-jährige Mann sei unverletzt gegangen und rund vier Stunden später mit den oben genannten Verletzungen sowie der Polizei zurückgekommen.

Angreifer festgehalten

Der Geschädigte schilderte den Ablauf des Tages anders. Er sei gegen 12 Uhr von der Arbeit gekommen und habe bis etwa 21.30 Uhr geschlafen. Als er sich waschen wollte, sei er von dem Angeklagten auf der Gemeinschaftstoilette von hinten mit dem Stil eines Schneebesens zwei Mal ins Gesicht geschlagen worden. Er habe seinen Angreifer festgehalten und nach draußen gezogen, hier sei er ein weiteres Mal geschlagen worden. Er habe den 25-Jährigen mehrmals gefragt, warum er ihn schlage. Dieser habe schließlich gesagt, dass Müll nach draußen gehöre.

Andere ursprüngliche Aussage

Der Richter bemerkte daraufhin, dass er in der ursprünglichen Aussage gegenüber der Polizei etwas anderes gesagt habe. In der Zeugenaussage stehe, der Angeklagte habe auf die Frage nach dem Grund während des Angriffes gesagt, weil er Arbeit habe. Der 27-Jährige bestritt dies und wiederholte, dass der 25-Jährige gesagt habe, Müll gehöre nach draußen. Der Richter bemerkte weiter, dass während der Zeugenaussage gegenüber der Polizei kein Dolmetscher anwesend gewesen war.

Keine Zeugen des Vorfalls

Die Männer wohnten nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Tat seit drei Wochen zusammen in der Unterkunft. Sie gaben beide an, vor dem Vorfall keinerlei Probleme miteinander gehabt zu haben. Zur Zeit der Auseinandersetzung waren sie alleine, es gab keine Zeugen des Vorfalls.

Als einziger Zeuge war ein Mitarbeiter der Stadt Haren geladen. Der Angeklagte soll ihm gegenüber zugegeben haben, den Geschädigten angegriffen zu haben. Der Angeklagte bestritt dies. Der Richter bemerkte, dass auch bei diesem Gespräch kein Dolmetscher anwesend gewesen war. Der Mitarbeiter der Stadt Haren befand sich zum Zeitpunkt der Verhandlung im Urlaub. Sie wurde deshalb vertagt und wird am 5. April weitergeführt.