Gutes Gesamtergebnis erzielt Genossenschaftsbanken im Emsland knacken Rekordmarke

Von Hermann-Josef Mammes

Die Vorstände der emsländischen Volksbanken und Raiffeisenbanken (von links) Frank Thiel, Jürgen Hölscher, Bernhard Hallermann und Hans Wolken blicken auf eine gutes Geschäftsjahr 2017 zurück. Foto: Hermann-Josef MammesDie Vorstände der emsländischen Volksbanken und Raiffeisenbanken (von links) Frank Thiel, Jürgen Hölscher, Bernhard Hallermann und Hans Wolken blicken auf eine gutes Geschäftsjahr 2017 zurück. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Ein gutes Jahr unter weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen haben die Volksbanken und Raiffeisenbanken im Emsland durchlebt. Basis für den Erfolg sei weiterhin die gut funktionierende Wirtschaft im Landkreis.

Bernhard Hallermann (Vorstand Volksbank Süd-Emsland) sagte bei der Jahrespressekonferenz in Meppen: „Eine Zinswende ist nicht in Sicht.“ Entsprechend gering seien die Gewinnmargen der Banken. Zugleich gebe es nicht zuletzt wegen der europäischen Vorgaben weiterhin eine „unveränderte hohe Regulatorik“, die den Banken das tägliche Geschäft erschwere.

Viele Investitionen

Deshalb sei es umso wichtiger, dass die hiesigen Volks- und Raiffeisenbanken vom Standortvorteil profitieren könnten. Bei einer Arbeitslosigkeit von unter drei Prozent gebe es nicht nur sehr wenige Insolvenzen im Emsland, sondern im Gegenteil, sehr viele Betriebe und Privatkunden investierten. Gerade der Wohnungsbau boome. Lediglich in der Landwirtschaft würde „verhalten investiert“. Statt neue Mastställe zu bauen, werde die vorhandene Bausubstanz modernisiert.

Gutes Kreditgeschäft

Jürgen Hölscher (Vorstand Volksbank Lingen) untermauerte das „gute Ergebnis“ mit Zahlen. Gemeinsam haben die Emsländische Volksbank, Hümmlinger Volksbank, Raiffeisenbank Emsland-Mitte, Raiffeisenbank Lorup, Volksbank Emstal, Volksbank Haselünne, Volksbank Lingen, Volksbank Nordhümmling sowie Volksbank Süd-Emsland in 2017 erstmals bei der Bilanzsumme die Fünf-Milliarden-Marke geknackt. Besser als erwartet sei auch das Kreditgeschäft verlaufen. Es konnte noch einmal um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,8 Milliarden Euro ausgebaut werden. Auf der anderen Seite erhöhten sich die Einlagen der Kunden auf 3,24 Milliarden Euro. Während die Genossenschaftsbanken die Privatkunden unbehelligt lassen, müssen immer mehr gewerbliche Kunden für ihre Einlagen Negativzinsen zahlen.

Immer mehr Mitglieder

Stolz sei man auch, dass mit 87.086 Mitgliedern fast jeder vierte Emsländer einer der neun Banken angehöre. Auf Anfrage sagte Frank Thiel (Vorstand Emsländische Volksbank), dass „keine Fusion“ von Genossenschaftsbanken im Emsland anstehe. Die neun Banken profitierten jeodch nicht nur von der prosperierenden Region, sondern gaben ihr auch etwas zurück. Im abgelaufenen Jahr förderten sie unterschiedliche Projekte in einer Größenordnung von einer halben Million Euro.

Gutes Geschäft in Holland

Die Volks- und Raiffeisenbanken im Emsland in Zahlen Quelle: Volks- und Raiffeisenbanken Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Hans Wolken (Vorstand Raiffeisenbank Emsland-Mitte) bezifferte den Warenumsatz der insgesamt sechs Genossenschaften auf 423 Millionen Euro. Die Summe teilt sich wie folgt auf: RWG Mittelems (27 Millionen Euro), RWG Beesten Schapen (12 Millionen Euro), Raiffeisen Emsland Süd (50 Millionen Euro), RWG Surwold (11 Millionen Euro), RWG Lohne (23 Millionen Euro) sowie Warengenossenschaft Raiffeisen Ems Vechte (300 Millionen Euro). Dabei gebe es gerade bei der Raiffeisen Ems Vechte zum Vorjahr eine enorme Steigerung. Hauptursache sei das stark wachsende Geschäft in den Niederlanden.