Willkür-Vorwurf gegen Verwaltung Veranstalter des Goa-Festivals wollen Stadt Meppen verklagen

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Nein der Stadt Meppen zu dem geplanten Goa-Festival Synaptic Eclipse im Juni 2018 im Funpark in Meppen wollen die Veranstalter aus Lingen nicht hinnehmen. Sie werfen der Stadtverwaltung Willkür vor und wollen vor Gericht ziehen. Foto: Synaptic EclipseDas Nein der Stadt Meppen zu dem geplanten Goa-Festival Synaptic Eclipse im Juni 2018 im Funpark in Meppen wollen die Veranstalter aus Lingen nicht hinnehmen. Sie werfen der Stadtverwaltung Willkür vor und wollen vor Gericht ziehen. Foto: Synaptic Eclipse

Meppen. Das Nein der Stadt Meppen zu dem geplanten Goa-Festival Synaptic Eclipse im Juni 2018 im Funpark in Meppen wollen die Veranstalter aus Lingen nicht hinnehmen. Sie werfen der Stadtverwaltung Willkür vor und wollen vor Gericht ziehen.

Die Lingener Felix Geber und Christian Krogull sind enttäuscht von der Entscheidung der Stadt Meppen, ihrem Festival keine Genehmigung zu erteilen.. „Es wurde uns im August 2017 von Bürgermeister Knurbein eine zweite Chance in Aussicht gestellt“, sagt Geber im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das war bei einem Termin im Rathaus, den wie gemeinsam mit der Betriebsleitung des Funparks wahrgenommen haben. Wir hatten dort erklärt, dass wir ein neues, den Anwohnern gerechtes, Soundkonzept erstellen werden. Uns wurde die Auflage gemacht, dieses Konzept auszuarbeiten und dann wieder einen Termin bei der Stadt zu machen.“

Soundkonzept angezweifelt

Mit diesem Soundkonzept wurden Geber und Krogull Ende September 2017 bei der Stadt vorstellig. „Wir waren etwas verwundert, dass der Termin im Bauamt stattfand“, schildert Krogull. „Man teilte uns mit, dass wir für unser Festival einen Bauantrag stellen müssten. Dem vorgelegten Soundkonzept wurde vom Zuständigen des Bauamtes und des Juristen der Stadt kein Glauben geschenkt.“ So boten die Veranstalter an, einen Testaufbau der Anlage durchzuführen, um einen Praxisbeweis zu erbringen. Daraufhin wurde den Lingenern gesagt, dass dieser Vorschlag dem Bürgermeister und der Politik vorgestellt werde und sie alsbald Rückmeldung dazu erhalten sollten.

Keine Baugenehmigung

„Diese ließ aber auf sich warten“, berichtet Geber. „Dann wurde uns mitgeteilt, dass wir erst einen Bauantrag zu stellen hätten und dann eine Rückmeldung bekommen würden. Den Antrag haben wir dann Anfang November eingereicht. Trotzdem erschien es uns merkwürdig, einen Bauantrag zu stellen für ein Festival. Schließlich handelt es sich um Zelte und ,Fliegende Bauten‘. Uns wurde dann mitgeteilt, dass am 12. Dezember der Verwaltungsausschuss eine Entscheidung treffen will.“ Am 14. Dezember erhielten die Veranstalter dann die Mitteilung, dass sie keine Genehmigung bekommen würden.

Fachanwalt eingeschaltet

Die beiden Lingener unterbreiteten daraufhin der Stadt weitere Angebote. So sollte zum Beispiel in den Nachtstunden für drei Stunden keine Musik gespielt werden. „Darauf meldete sich der Bauamtsleiter der Stadt Meppen zurück mit der Ansage, dass 2018 keine mehrtägigen Events in Meppen genehmigt werden“, erklärt Geber. „Wir haben uns daraufhin an einen Fachanwalt gewandt, um das Genehmigungsverfahren prüfen zu lassen, da wir das Gefühl hatten, dass uns die Stadt kaputt machen will. Kontaktversuche und Anfragen durch unseren Anwalt für ein persönliches Gespräch wurden von der Stadt als ,nicht zielführend‘ betrachtet. Stattdessen sollten wir ein erneutes Lärmschutzgutachten in Auftrag geben, das unser Soundkonzept überprüft.“

Weiterlesen: Goa-Festival in Meppen soll ein Fest für alle sein

„Wir kämpfen für unser Festival“

Das Gutachten, welches unserer Redaktion vorliegt, bescheinigt, „dass durch den Festivalbetrieb, inklusive 5000 Zuschauern, keine unzulässigen Schallimmissionen im Bereich der benachbarten Wohnbebauungen zu erwarten sind.“ Weiter heißt es dort, dass die Richtwerte tagsüber um mindestens 23 Dezibel (dB/A) und nachts um 13 Dezibel dB(A) unterschritten werden. Trotzdem erreichte die Veranstalter Mitte März eine erneute Absage aus Meppen. „Das Verhalten der Stadt legt den Verdacht nahe, dass sie auf Zeit spielen und uns finanziell schaden wollen“, ist sich Geber sicher. „Bislang sind uns durch das Soundkonzept und die Lärmgutachten Kosten von rund 10.000 Euro entstanden. Wir wollen uns aber nicht unterkriegen lassen und kämpfen für unser Festival. Deshalb reichen wir Klage vor dem Verwaltungsgericht in Osnabrück gegen die Stadt Meppen ein. Einen Antrag für ein Festival 2019 werden wir umgehend stellen. Damit haben wir genügend Zeit, die Entscheidung des Gerichts abzuwarten.“

Für alle, die bereits ein Ticket für das Synaptic Eclipse erworben haben, gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen können die Eintrittskarten ohne Probleme zurückgegeben werden. Zum anderen können sie für das „Zurück zu den Wurzeln“-Festival bei Berlin genutzt werden.


Goa- und Psytrance

Goa- oder auch Psytrance ist eine Richtung der elektronischen Musik und stellt ein Subgenre der Trance-Musik dar. Namensgebend waren Outdoor-Trance-Partys in den späten 1980er Jahren im indischen Bundesstaat Goa. Die als Goa-Partys bezeichneten Veranstaltungen ziehen sich häufig über mehrere Tage. Im Sommer finden die meisten Goa-Partys in freier Natur an Stränden, in Wäldern oder vereinzelt im Gebirge statt. Den Besuchern wird meist die Möglichkeit gegeben, auf dem Veranstaltungsgelände zu campen. Innerhalb der Goa-Bewegung werden Respekt und Toleranz gegenüber anderen Menschen sowie der Umwelt als grundlegende Werte verstanden und auf den Veranstaltungen in friedlichem Miteinander zum Ausdruck gebracht.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN