Stockende Bilder statt sportlicher Höhepunkte Falsch beraten: Rentner kann Zuhause keine SV-Meppen-Spiele gucken

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Fehlermeldungen und stockende Bilder statt fußballerische Höhepunkte sieht Wilhelm Jühe, wenn er über das Internet die Spiele des SV Meppen schauen möchte. Foto: Harry de WinterFehlermeldungen und stockende Bilder statt fußballerische Höhepunkte sieht Wilhelm Jühe, wenn er über das Internet die Spiele des SV Meppen schauen möchte. Foto: Harry de Winter

Meppen. Wilhelm Jühe aus Meppen hat einen großen Wunsch: Er möchte die Spiele vom SV Meppen bequem von zu Hause aus sehen. Doch Ärger mit dem Internetanbieter macht dem 84-Jährigen das eigentliche Vergnügen zunichte. Er fühlt sich von der Telekom falsch beraten.

Wilhelm Jühe aus Meppen-Helte ist ein großer Fan des SV Meppen. Für gewöhnlich ging der 84-Jährige gerne ins Stadion, um sich die Spiele des Fußballvereins anzusehen. Dies ist ihm gesundheitlich aber nicht mehr möglich. Umso mehr freute sich der Rentner über das Angebot der Telekom: Die Übertragung aller Spiele der 3. Liga auf den heimischen Fernseher. Also kündigte er bei seinem bisherigen Internetanbieter Ewetel und unterschrieb im November einen Vertrag bei der Telekom.

Fernsehbild stockt

„Es passierte zunächst nichts“, schildert Jühe im Gespräch mit unserer Redaktion. „Irgendwann trudelten dann die technischen Gerätschaften per Post ins Haus.“ Der 84-Jährige schloss alles an und wartete gespannt auf die anstehende Begegnung seines blau-weißen Lieblingsvereins. Doch es folgte Ernüchterung. „Das Bild stockte die ganze Zeit“, sagt Jühe. „Wenn im Stadion schon Halbzeit ist, habe ich erst maximal 15 Minuten vom Spiel überhaupt sehen können durch die ständigen Aussetzer.“ Also wandte er sich an einen Telekom-Shop in Meppen und schilderte dort sein Problem. Für schnellere Verbindung sollte eine LTE-Antenne auf dem Dach sorgen. Es könne allerdings etwas dauern, bis diese da wäre, da diese im Ausland bestellt werden müsste, erklärte man dem 84-Jährigen. Solange blieb ihm nichts anderes übrig, als die stockende Übertragung hinzunehmen.

Nicht genügend Bandbreite

Immer wieder fragte Jühe bei der Telekom-Hotline nach, wann er denn endlich die Spiele der 3. Liga zuhause schauen könne. Statt einer klaren Antwort bekam er vertröstende Worte, dass er sich noch etwas gedulden müsse. „Ich verzweifelte langsam daran, schließlich wollte ich doch die Spiele des SV Meppen sehen. Außerdem zahle ich ja die ganze Zeit dafür.“ Nach Eingabe der Adressdaten bei der DSL-Verfügbarkeitsprüfung der Telekom wurde klar, dass der Telefonanschluss von Jühe gar nicht genug Bandbreite für die Übertragung der Fußballspiele bereitstellt. Dass ihm trotzdem das sogenannte „Entertain-Paket“ verkauft wurde, sei wirklich ärgerlich, sagt ein Sprecher der Telekom auf Nachfrage unserer Redaktion. „Herr Jühe ist falsch beraten worden und das Entertain-Paket hätte ihm so gar nicht verkauft werden dürfen. Auch die vermeintliche Lösung mit der LTE-Antenne ist nicht sinnführend. Wir sind mit Herrn Jühe im Gespräch und werden uns um das Problem kümmern, damit er seine Fußballspiele sehen kann.“

Schnelles Internet nur mit Ewetel

Unsere Redaktion hakte beim zuständigen Landkreis Emsland nach. Dieser teilte mit, dass in Meppen-Helte durchaus schnelles Internet von mindestens 30 Mbit verfügbar sei. Allerdings nicht bei der Telekom, sondern nur über Ewetel, die in dem Ortsteil die Verteilerstation errichtet hat und betreibt.

„Ich fühle mich betrogen“

Rückblickend ist Jühe enttäuscht, besonders von der Telekom. „Ich hätte das niemals machen und einfach bei Ewetel bleiben sollen. Das ärgert mich sehr und ich fühle mich betrogen.“ Er sei nun aber im Gespräch mit der Telekom und gespannt darauf, welche Lösung das Unternehmen für ihn parat hält.


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