Erfolge im Artenschutz Mehr als 2000 Mitglieder beim NABU im mittleren Emsland

Von Heiner Bange

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Vorstand des NABU-Regionalverband Emsland Mitte kann sich über einen enormen Mitgliederschub freuen: (v.l.) Katja Hübner, Carsten Marien, Bernd Quappen, Erhard Nerger, Willem Bronsema, Thomas Fuchs und Jutta OverDer Vorstand des NABU-Regionalverband Emsland Mitte kann sich über einen enormen Mitgliederschub freuen: (v.l.) Katja Hübner, Carsten Marien, Bernd Quappen, Erhard Nerger, Willem Bronsema, Thomas Fuchs und Jutta Over

Meppen. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) verspürt in seinem Regionalverband Emsland-Mitte ein zunehmendes Interesse am Natur- und Artenschutz einschließlich Umweltbildung. Diese Tendenz schlägt sich auch in der Mitgliederzahl nieder.

So sind alleine im vergangenen Jahr durch eine groß angelegte Werbeaktion 600 Personen dem Regionalverband beigetreten, sodass der NABU im Bereich Emsland-Mitte jetzt rund 2000 Mitglieder zählt. Vorsitzender Thomas Fuchs äußerte sich bei der Jahreshauptversammlung im Kolpinghaus erfreut darüber, dass sich eine große Zahl von interessierten Menschen ehrenamtlich in die Aktivitäten des NABU einbringen.

Koordiniert wird die NABU-Arbeit in der Meppener Geschäftsstelle von den beiden hauptamtlichen Kräften Jutta Over und Katja Hübner. Von hier aus werden die vielen ehrenamtlichen Helfer unterstützt und auch die Bürgerberatung nimmt einen breiten Raum ein. Daneben gilt es, im Rahmen von Genehmigungsverfahren zum Beispiel bei der Ausweisung von Schutzgebieten, der Planung von Tierhaltungsanlagen, Energieleitungen und Windenergieanlagen aus Sicht des Naturschutzes Stellung zu beziehen. Dazu Katja Hübner: „Wir freuen uns natürlich über den Atomausausstieg. Aber auch beim Bau von Windenergieanlagen muss das Arten- und Naturschutzrecht beachtet werden.“ Dies sei den Ausführungen der NABU-Mitarbeiterin nicht immer der Fall, insbesondere wenn es zum Beispiel um die Ausweisung zusätzlicher Kompensationsflächen für die Feldlerche oder um ausreichende Abschaltzeiten zum Schutz der Fledermäuse gehe.

Erfolgsgeschichte Steinkauz

Das Projekt „Steinkäuze und Eulenschutz“ wird gegenwärtig von der Niedersächsischen Bingo-Umweltlotterie finanziell gefördert. Für die zuständige Arbeitsgruppe berichtet Dietmar Niemann, dass man im Jahre 2005 mit nur einem Brutpaar begonnen habe; durch das gezielte Aufhängen von Brutkästen seien es in 2017 schon 27 Paare gewesen. Zur Arbeit der Gruppe gehöre unter anderem die regelmäßige Kontrolle der Brutkästen.

Der in Meppen an der Landwehr angelegte Schaugarten soll nach den Vorstellungen des NABU weiterentwickelt werden. In Planung ist laut Ausführungen des Vorsitzenden Thomas Fuchs die Errichtung einer Remise, für deren Finanzierung sich der Verein entsprechende Fördergelder erhoffe. Aber auch kleinere Maßnahmen, wie die Neugestaltung des Gemüsebeetes oder das Anlegen einer Zwiebelblumenwiese mit Frühblühern sollen hier umgesetzt werden. Interessierte können sich, so Fuchs, künftig an jedem ersten Samstag in den Monaten April bis Oktober an Pflegemaßnahmen, aber auch an der weiteren Gestaltung des Schaugartens beteiligen.

Neue Schutzgebiete

Für die im vergangenen Jahr erfolgte Ausweisung der Naturschutzgebiete „Esterfelder Forst“ und „Bokeloher Beel“ hat sich der NABU besonders stark gemacht. Der Sprecher der Arbeitsgruppe Naturschutz, Carsten Marien, berichtete, dass sich im „Beel“ inzwischen Bäume und Heide wieder ausbreiten und gleichzeitig dank der Beweidung durch Schafe das Jakobskreuzkraut zurückgedrängt werde. Auch das Gebiet „Roheide“ werde durch Robustrinder beweidet und entwickele sich dadurch sehr positiv. Hier hat die AG nach den Worten von Marien im vergangenen Jahr mehrere Arbeitseinsätze durchgeführt, unter anderem habe man den zu starken Brombeerbewuchs zurückgeschnitten. Ebenfalls Hand angelegt haben die ehrenamtlichen Helfer des NABU im Dörgener Moor. Hier wurden unter anderem Gräben aufgestaut, um die Wiedervernässung zu forcieren.

Im weiteren Verlauf des Abends berichteten auch noch die Sprecher der Arbeitsgruppen „Reptilien und Amphibienschutz“ (Peter Kattke), „Botanik“ (David Janßen) „Nesthilfen“ (Dr. Erhard Nerger) und „Fledermäuse“ (Thomas Fuchs) über ihre Aktivitäten und Arbeitseinsätze.

Kassenwart Willem Bronsema erläuterte den Mitgliedern noch die finanzielle Situation des Vereins. Nach dem positiven Votum der Kassenprüfer wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Wahlen zum Vorstand müssen erst im nächsten Jahr wieder durchgeführt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN