70 Jahre musikpädagogische Förderung im Emsland Wurzeln der Musikschule reichen bis 1948 zurück

Von Petra Heidemann

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Meppen.   „Private Musikschule des Emslandes - staatlich anerkannt“ – so lautete bereits 1952 der Name des 1948 in Meppen gegründeten Vorgängermodells der heute im ganzen Emsland höchst aktiven Musikschule.

Gründer Heinz Schäfer-Sandhage, Pianist, Dirigent und erfahrener Musikpädagoge aus Hamm, nutzte eine Baracke in der Hüttenstraße, um junge Menschen an Instrumente heranzuführen, und präsentierte das erste Schülerkonzert bereits 1949 im Meppener Lyzeum. Von Anfang an waren Zweigstellen im ganzen Emsland sein erklärtes Ziel.

Baracke grundlegend renoviert

Im März 1967 wurde nicht nur der 1000. Schüler aufgenommen, sondern auch die Baracke grundlegend renoviert, nachdem 1965 aus dem privaten Institut die „Musikschule des Emslandes e.V.“ geworden war -  eine Einrichtung in öffentlicher Trägerschaft im Zusammenschluss mit Lingen, Haren, Haselünne und Meppen, auch in Papenburg wurde inzwischen unterrichtet. 1966 hatte Gustl Huuck die Leitung übernommen, ihm folgten 1979 Ernst Neuhäuser und 2012 Martin Nieswandt. 2012 wurde auch Erster Kreisrat Martin Gerenkamp Vorstandsvorsitzender in der Nachfolgereihe von Oberkreisdirektor Walter Kolck, Kreisdirektor Hermann Bröring und Erster Kreisrat Reinhard Winter.

Mehr als 8000 Schüler

Aus den 2000 Schülern von 1969 sind inzwischen mehr als 8000 geworden; 19 Städte und Gemeinden zeigt das Logo der Festzeitschrift 2015 zum 50-jährigen Bestehen der jetzigen Musikschule, deren Meppener Gebäude 1972 Schlagzeilen machte als Deutschlands erster Musikschulneubau. Nicht nur eigene Konzepte, sondern eigene, allgemein anerkannte Unterrichtswerke wurden entwickelt. Die „Kontaktstelle Musik“ zur Laienweiterbildung und das niedersachsenweite, im Emsland entwickelte Konzept „Wir machen die Musik!“ sind heute wichtige Standbeine.

40 Ensembles aller Alters- und Leistungsstufen und gelebte Inklusion sind zum Kulturträger der Region geworden. Durchaus können in einem Jahr über 300 Auftritte 50.000 Zuhörer erreichen. Das Orchester-Angebot erstreckt sich vom Streichelzoo über Streicherchor und Sinfonietta bis hin zum einem Berufsorchester ebenbürtigen Sinfonieorchester unter den Dirigaten von Gustl Huuck, Ernst Neuhäuser, Dirk Kummer und Martin Nieswandt. Ob „Solo und Tutti“, Big Band, Bläser-Ensembles, Ballett, Musical, Pop-Rock-Jazz - dies und vieles mehr geben jedem Musik-Aktiven ein Zuhause. Breiten- und Spitzenförderung, Kreativität, Selbstverwirklichung und Sozialisierung heißt von jeher das Anliegen mit Blick auf Kitas, Schulen, Hobbymusiker und Senioren. Große Erfolge erzielt die jährliche Teilnahme bei „Jugend musiziert“, so manche Karriere späterer Berufsmusiker hat hier ihren Anfang genommen.

Orchesterfreizeiten, Meisterkurse und Workshops

Orchesterfreizeiten, Meisterkurse und Workshops, Auslandsreisen nach Chile, Frankreich, England, Ungarn und in die USA sowie Auftritte bei Funk und Fernsehen gehören ebenso zur lebendigen Historie der Einrichtung wie Opernaufführungen und Kulturtage. Abonnementskonzerte und Musical-Aufführungen im Rahmen der Theatergemeinde, die Zusammenarbeit mit Musikverein und Freilichtbühne, die musikalische Gestaltung großer Ereignisse sind Gemeinschaftserfahrungen, die über das eigentliche Musizieren hinaus prägen. Auch der Festakt anlässlich der Einweihung des neuen Druckzentrums der NOZ 1987 in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl wurde vom Sinfonieorchester und jungen Solisten musikalisch gestaltet.

Die eigenen Möglichkeiten ausloten, Konzentration und Freude an der eigenen Leistung entwickeln, das unmittelbare Erleben und Erspüren musikalischer Ausdrucksfähigkeit erfahren und durchhaltenden Fleiß zu üben - all das ist und bleibt ein nicht zu unterschätzender Faktor für individuelle, kommunikative und kooperative Persönlichkeitsentfaltung, eben das, was die Vision des Gründers vor genau 70 Jahren war und heutiges Motto ist: „Wir alle machen die Musik“.


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