Analyse der Ausbildungsplatzsituation 984 Schulabgänger im Emsland suchen eine Lehrstelle

Von Fynn Meyer

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Wenngleich es im Emsland noch 984 unversorgte, ausbildungswillige Schulabgänger gibt, lässt sich in bestimmten Bereichen ein Fachkräftemangel feststellen. Symbolfoto: dpa/Martin SchuttWenngleich es im Emsland noch 984 unversorgte, ausbildungswillige Schulabgänger gibt, lässt sich in bestimmten Bereichen ein Fachkräftemangel feststellen. Symbolfoto: dpa/Martin Schutt

Meppen. Ende Februar 2018 gab es im Emsland 984 unversorgte, ausbildungswillige Schulabgänger. Das stellt die Ausbildungskommission des Landkreises fest, die die Ausbildungsplatzsituation in der Region analysiert hat.

2018 meldet der Landkreis Emsland 264 Schulabgänger weniger als im Vorjahr. Insgesamt sind es in diesem Jahr 6962 Schüler, von denen 6425 Schüler befragt wurden. Von den Schulabgängern in diesem Jahr streben knapp 35 Prozent eine duale Ausbildung an. Abgänger mit gesichertem Ausbildungsplatz gibt es 1256 – das entspricht einem Anteil von 56 Prozent, wobei die meisten gesicherten Lehrstellen mit 458 im mittleren Emsland zu finden sind.

Die Zahl der bis jetzt unversorgten, ausbildungswilligen Schulabgänger liegt bei 984, das sind 43,9 Prozent. Im Gegensatz zum Rückgang 2017 ist hier wieder ein leichter Anstieg der Zahl der Unversorgten zu erkennen. Allerdings kann man laut Ausbildungsplatzkommission vorwegsagen, dass im Emsland zum Ausbildungsbeginn meist jeder Suchende einen Platz gefunden hat.

Meiste Unversorgte im Norden

Zu beobachten ist, dass das nördliche Kreisgebiet seit mehreren Jahren trotz weiterer Verbesserungen die meisten Unversorgten von allen Ausbildungsplatzbewerbern hat. Von den knapp 7000 Schulabgängern streben allerdings auch 4185 Schüler andere Laufbahnen und Ausbildungsalternativen wie etwa ein Studium an. Auch 2018 ist von der Ausbildungskommission festgestellt worden, dass es wie in den vergangenen Jahren immer mehr Abgänger von allgemeinbildenden Schulen als von berufsbildenden Schulen gibt.

In den Haupt-, Real- und Oberschulen sind die Abgängerzahlen von 2310 auf 2289 leicht rückläufig. Die Zahl der Ausbildungsbewerber sinkt hier auf 369. Im vergangenen Jahr waren es noch 417. Die Anzahl der unversorgten Ausbildungswilligen ist im Vergleich zum Vorjahr von 158 auf 146 gesunken. Der Anteil der Schüler, die nach dem Verlassen der aktuellen Schule eine weitere schulische Ausbildung anstreben, ist mit 48 Prozent vergleichbar zum Vorjahr.

Abiturienten wollen überwiegend studieren

Bei den abgehenden Abiturienten interessieren sich gut 25 Prozent der befragten Abiturienten für eine Ausbildung. Mehr als die Hälfte der Abiturienten strebt hingegen ein Studium an einer Universität oder einer Fachhochschule an.

Anders die Situation an den Berufsbildenden Schulen (BBS): Hier sind 51,7 Prozent und damit mehr als die Hälfte der Abgänger bereits mit einem Ausbildungsplatz versorgt. Die meisten Unversorgten aus dem BBS-Bereich besuchen aktuell bei leichtem Rückgang der Zahlen weiterhin die einjährige Berufsfachschule.

Fachkräftemangel in Gewerbe und Technik

399 Ausbildungssuchende gehen im nördlichen Emsland zur Schule. Dies entspricht einer Quote von 49,9 Prozent bei 800 ausbildungswilligen Schulabgängern. Die geringste Unversorgtenquote verzeichnet das mittlere Kreisgebiet mit einem Anteil von 295 bei 753 Ausbildungssuchenden (39,2 Prozent). Im südlichen Emsland sind 290 von 687 ausbildungswilligen Schulabgängern unversorgt. Damit liegt hier der Anteil bei 42,2 Prozent.

1256 emsländische Jugendliche sind bereits mit einem Ausbildungsplatz versorgt. Quelle: Landkreis Emsland; Foto: dpa/Robert Schlesinger; Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Die Agentur für Arbeit stellt fest, dass es in den Bereichen Gewerbe und Technik und in den kaufmännischen und verwaltungstechnischen Ausbildungsberufen einen enormen Fachkräftemangel gibt. Denn mit Stand Februar 2018 gab es im Bereich Technik 430 Ausbildungsplatzsuchende, aber 990 Plätze. Gleiches gilt für den kaufmännischen und verwaltungstechnischen Bereich. Hier gibt es 351 Bewerber auf 815 Stellen. In den Bereichen Pflege, Ernährung und Agrar klafft die Schere weniger stark auseinander. Dies bedeutet allerdings, dass aufgrund des erneuten Stellenüberhangs im Emsland jeder unversorgte Ausbildungsplatzbewerber auch unter Berücksichtigung der angestrebten Branche theoretisch schon zu diesem frühen Zeitpunkt einen Ausbildungsplatz finden könnte.


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