Betreuungsquote steigt deutlich Bis 2021 entstehen 120 neue Krippenplätze in Meppen

Von Konstantin Stumpe

An der Kita Arche Noah ist derzeit eine provisorische Krippengruppe eingerichtet, um den Bedarf an plätzen zu decken. Archivfoto: Anika FrankeAn der Kita Arche Noah ist derzeit eine provisorische Krippengruppe eingerichtet, um den Bedarf an plätzen zu decken. Archivfoto: Anika Franke

Meppen. Bis 2021 müssen und werden 120 neue Krippenplätze in Meppen entstehen. Das ist das Fazit des Kitaentwicklungsplans, den Christian Golkowski, Leiter Fachbereich Familie und Jugend, im Ausschuss für Schulen und Kitas vorgestellt hat.

Grund für die große Zahl an zusätzlich erforderlichen Krippenplätzen ist laut Golkowski die anzunehmende Steigerung der Betreuungsquote der unter Dreijährigen. Zurzeit werden in der Stadt Meppen 53 Prozent der 662 Meppener Kinder im Krippenalter betreut, teilweise auch in Betriebs-Kitas, in der Kita St. Hermann Josef Rühlerfeld, durch besondere Betreuungsangebote des Vitus-Werkes (heilpädagogischer Kindergarten, Sprachheilkindergarten, Kindergarten für Hörgeschädigte) oder bei einer Tagesmutter. Das aktuelle Krippenangebot umfasst dank einer provisorischen Gruppe an der Arche Noah 305 Plätze. Die Stadt rechnet jedoch mit einem steigenden Bedarf.

Demnach wollen ab August 2019 58 Prozent, ab August 2020 68 Prozent und ab August 2021 73 Prozent der Eltern eine Betreuung für ihre unter dreijährigen Kinder. „Bislang lagen wir mit der Bedarfsplanung immer ganz gut. Das wollen wir auch in Zukunft sein“, betonte Golkowski in der Sitzung. Weil für den steigenden Bedarf nicht genügend Plätze zur Verfügung stünden, soll bis zum August 2021 an jeder Kindertagesstätte mindestens eine Krippengruppe entstehen.

An- und Neubauten

Provisorisch soll zunächst jeweils eine Krippengruppe an der Kita St. Vitus und am Binsenkörbchen entstehen. Langfristig plant die Stadt mit einigen An- und Neubauten. Mit dem Neubau der Kita am Binsenweg entstehen nach der Eröffnung zum 1. August 2019 zunächst 45 neue Krippenplätze. Weitere 60 Krippenplätze sollen bis zum Sommer 2020 entstehen. Dafür werden an die Kitas St. Marien in Hemsen, St. Vinzentius in Versen und St. Ludger in Bokeloh jeweils eine Krippe angebaut. Die Kita in Hemsen soll zudem um einen Bewegungsraum (kleine Sporthalle) erweitert werden. Die Kita St. Josef in der Neustadt wird um eine zweite Krippengruppe erweitert. Zum Sommer 2021 soll dann der Anbau einer weiteren Krippe an einer Kita in der Kernstadt erfolgen. Wo genau steht noch nicht fest.

Kita-/Krippenplätze und Betreuungsquote Meppen Kitaentwicklungsplan 2019 bis 2021 Meppen

Kita-Situation entspannter

Die Betreuungssituation für drei- bis sechsjährige Kinder ist etwas entspannter. Aktuell gibt es 958 Kindergartenplätze bei 932 Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren. „Bei 26 freien Plätzen könnte man davon ausgehen, dass kein weiterer Bedarf besteht“, sagt Christian Golkowski, „davon sind aber mehr als 20 in den Ortsteilen“, ergänzt er. In der Neustadt seien alle Plätze belegt. Weil die Stadt aber stets den Anspruch gehabt habe, den Eltern wohnortnah Kitaplätze anzubieten, bestehe hier Nachholbedarf. Im ersten Schritt soll deshalb eine provisorische Gruppe an der Kita St. Josef 25 zusätzliche Plätze bieten. Am 1. August 2019 soll dann eine integrative Regelgruppe beim Vitus-Werks öffnen, welche 18 Kindern Platz bietet.

Geburten gehen langfristig zurück

Aufgrund der gestiegenen Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren rechnet die Stadt damit, dass ab Sommer 2020 eine weitere Kindergartengruppe notwendig wird. Während im Jahrgang 2013/14 noch 298 Kinder geboren wurden, waren es in den Jahrgängen 2015/16 sowie 2016/17 jeweils rund 330. Für den aktuellen Jahrgang zeichne sich ein Zahl knapp über 300 ab. Auch langfristig werde sich die Geburtenzahl in diesem Bereich einpendeln, so Golkowski. Daher könne diese Gruppe auch eine provisorische Lösung sein.