Auszeichnung ist ein Auftrag WGM Meppen ist „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Von Heiner Harnack


Meppen. Schüler aus 41 Nationen besuchen den Unterricht des Windthorst-Gymnasiums Meppen (WGM). Nach Durchführung von Projekttagen und einem seit Jahren großen Engagement gegen die Ausgrenzung von Menschen, ist der Schule jetzt der Titel „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ verliehen worden.

Schulleiterin Daniela Brüsse-Haustein konnte einige Titel aufzählen, die das WGM in den vergangenen Jahren erhalten hatte. Der neu hinzugekommene sei aber nicht nur ein Titel unter vielen, meinte die Rednerin. Leider sei aber auch auf Schulhöfen zu hören, dass andere wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Sprache herabgesetzt würden, reflektierte Brüsse-Haustein in ehrlichen Worten die täglichen Vorgänge. „Mobbing, Anfeindungen und Diskriminierungen dürfen keine Rolle spielen“, sagte sie weiter. „Jemand, der in Latein eine Fünf hat, ist vielleicht ein talentierter Schauspieler in einer Theater-AG“, gab Brüsse-Haustein die Sichtweise einer modern denkenden Pädagogin wieder. Noten müssten nicht immer das Maß aller Dinge sein. Vielleicht sei der, der eine Fünf habe auch nur ein netter Freund, den man als ganzen Menschen sehen müsse. (Weiterlesen: Bödiker Oberschule Haselünne gegen Rassismus)

Warnung vor Rechtsruck

Landrat Reinhard Winter wies in seiner Laudatio auf die jüngsten politischen Ereignisse wie den Rechtsruck bei den Wahlen in Italien, hohe Umfragewerte für die AfD oder Anschläge auf Unterkünfte von Flüchtlingen hin. Das alles mache es notwendig, sich öffentlich gegen rassistisches Gedankengut zu positionieren. Auch die Terrorgruppe NSU habe Menschen aufgrund deren Herkunft getötet, warnte Winter, dass sich Strukturen gebildet hätten, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellten. „Die Geschichte Deutschlands war und ist uns Lehre und Mahnung genug, nie wieder die Diskriminierung von politisch Andersdenkenden sowie von religiösen oder ethnischen Minderheiten zuzulassen“, sagte Winter. Der Redner dankte besonders den Spielern des SV Meppen, dass diese sich als Paten für diese Aktion sofort zur Verfügung gestellt hätten.

Phrasen dürfen nicht beeinflussen

Thomas Lange, Vorsitzender des Schulelternrats, meinte, dass es besser sei, miteinander zu reden, als irgendwelchen phrasenschwingenden Populisten auf den Leim zu gehen. Der Mensch bleibe Mensch. „Tausende Flüchtlinge sind nach dem Zweiten Weltkrieg und auch in letzter Zeit im Emsland gestrandet“, erinnerte der Redner an die regionale Geschichte, als sich Menschen geholfen hätten, um gemeinsam etwas aufzubauen.

Auszeichnung als Pflicht

Felix Förster, Schülersprecher, erinnerte, dass man auch in Meppen rechtsradikale, homophobe und antiislamsiche Sticker und Embleme habe finden können. „Das ist nicht Meppen und nicht unser Stadtbild“, kritisierte Förster. Die Auszeichnung als Schule ohne Rassismus sei nicht nur als Auszeichnung, sondern auch als Auftrag zu verstehen, sich diesen fremdenfeindlichen Aktionen zu widersetzen.

Kein Rassismus beim SV Meppen

SVM-Spieler Thorben Deters sagte stellvertretend für die Mannschaft, dass die Fußballer für diese tolle und wichtige Sache sofort zu haben gewesen wären. „In unserer Mannschaft spielen Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben und sie kommen aus vielen Ländern.“ In dieser Mannschaft habe Rassismus überhaupt nichts zu suchen, so der Neuprofi.

Als 296. Schule ausgezeichnet

Überreicht wurden Urkunde und Schild durch Peter Kaufmann vom Niedersächsischen Kultusministerium. Das WGM trägt nun als 296. Schule in Niedersachsen diesen Titel. Abgerundet wurde die Feier von der Schulband, Präsentationen der Schüler und ein selbst komponiertes Lied von George Gambier, der mit „We’re gonna make it together“ den richtigen Ton zum Thema traf.