Neues Abfallkonzept geplant 320.000 Emsländer produzieren 182.973 Tonnen Müll im Jahr

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Das Sammeln von Müll und Abfall in den jeweiligen Behältern soll im Emsland weiter ausgebaut werden. Foto: Hermann-Josef MammesDas Sammeln von Müll und Abfall in den jeweiligen Behältern soll im Emsland weiter ausgebaut werden. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Eine „leicht positive Abfallbilanz“ hat Betriebsleiter Heinz Bökers vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Emsland gezogen. Insgesamt erzeugten die rund 320.000 Einwohner im Emsland 182.973 Tonnen Abfall im vergangenen Jahr und damit 5930 weniger als im Vorjahr.

Zugleich wurde die Abfallmenge, die anschließend verwertet werden konnte, sogar von 127.801 Tonnen auf 128.059 Tonnen leicht gesteigert. In der Sitzung des Betriebsausschusses sagte Bökers: „Wir haben 49.496 Tonnen nach Salzbergen gefahren.“ (2016: 50.930 t). Hier wurden der Hausmüll (42.028 t) und der Restabfall von Deponien (7.468 t) in der Thermischen Abfallbehandlungsanlage verbrennt. Die Anlieferung erfolgte aus dem südlichen Emsland per Lastwagen (33 Prozent). Die Transporte aus dem mittleren und nördlichen Emsland erfolgten hingegen per Bahn (67 Prozent).

Zentraldeponie Dörpen

Auf der Zentraldeponie in Dörpen landeten hingegen die mineralischen Abfälle. Hierzu gehörten verunreinigter Bauschutt (1655 t), Dämmmaterial (1585 t) sowie asbesthaltige Baustoffe (1326 t). Die ganz großen Tonnagen erfolgten über die drei Abfallbehälter in den Haushalten. Allein über die blaue Tonne sammelten Emsländer 19.111 t Papier und Pappe. Neben den Bioabfällen (braune Tonne) mit 13.619 t fuhren die Bürger selbst 51.842 t Grünabfälle zu den Wertstoffhöfen.

Verwertung im Dualen System

42.028 Hausmüll wurden über die schwarze Tonne gesammelt. Kunststoff-, Aluminium-, Blechverpackungen trennten die Emsländer über die gelben Wertstoffsäcke in einer Gesamtmenge von 11.550 t. Die gesammelten Leichtverpackungen wurden dann im Auftrag der Dualen Systeme bei verschiedenen Sortieranlagen aufbereitet. Laut Bökers besitzt der Landkreis keine Daten zu den exakten Verwertungs- und Sortierrestmengen. Der Landkreis will zudem statt der gelben Säcke im kommenden Jahr gelbe Tonnen zum Sammeln aufstellen.

Altholz und Altglas

Darüber hinaus fielen noch weitere Abfalle wie Altholz (4.653 t), Glas (7.287 t) oder Elektrogeräte (1.791 t) an. Zudem wurden über die kostenlose Sperrmüllabfuhr 11547 t, oftmals ausrangierte Möbel, bei rund 37.000 Haushalten eingesammelt.

Mögliche Änderungen

Dezernent Dirk Komeyer stellte das neue 75-seitige Abfallwirtschaftkonzept für die kommenden vier Jahre vor. In Kooperation mit der ATUS GmbH aus Hamburg wurden von Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Emsland mögliche Änderungen erarbeit. Finanzielle Anreize könnten diejenigen Bürger erhalten, die ihre Mülltonnen nicht bei jedem Leerungstermin an die Straße stellen und möglichst weniger Abfall produzieren bzw. besser sortieren. Über das bereits vorhandene Chipsystem könne genau festgestellt werden, wie oft eine Tonne im Jahr geleert werde. Ein Ziel sei es, den Anteil der Biotonnen von noch 44 Prozent auf bis zu 70 Prozent der Haushalte zu erhöhen. „Bisher landet leider Bioabfall oftmals in der schwarzen Restmülltonne“, so Kopmeyer. Eine Steigerung der Biomüllabfälle von 3000 bis 4000 Tonnen im Jahr wäre „toll“. Denkbar sei auch, das Baustoffe in geringer Menge bei der Abgabe auf den Wertstoffhöfen nicht mehr kostenpflichtig seien. Auch diese würden leider in kleinen Tonnagen oftmals in der Schwarzen Tonne entsorgt. Zudem werde über eine „gebührenfreie Annahme von Sperrmüll“ auf den Wertstoffhöfen nachgedacht.

Die Abfallbilanz im Emsland. Grafik: Heiner Wittwer

Ausschussvorsitzender Franz-Josef Evers (CDU) lobte die geplanten Lösungen als ökologisch und ökonomisch“ wertvoll. Kreisbaurat Kopmeyer gab die Devise aus: „Wir wollen die Abläufe optimieren, um die Abfallentsorgung zu günstigen Gebühren zu gewährleisten.“


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