Warnstreik im Öffentlichen Dienst Über 250 Angestellte gehen in Meppen auf die Straße

Von Harry de Winter


Meppen. Lautstark haben am Donnerstag die Angestellten des Öffentlichen Dienstes für mehr Gehalt in Meppen demonstriert. Deutlich über 250 Menschen nahmen an dem Umzug durch die Stadt und der anschließenden Kundgebung am Windthorstplatz teil.

„Die Menschen sind sauer“, sagt Regina Stein, Verdi-Landesfachbereichsleiterin für Niedersachsen-Bremen. „Sie werden nicht an dem wirtschaftlichen Aufschwung beteiligt, obwohl die Kassen bei der öffentlichen Hand voll sind. Sie hören von oben immer nur warme Worte, auf die aber keine Taten folgen. Deshalb sind wir hier heute auf der Straße, um unseren Unmut kundzutun.“

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Sechs Prozent mehr Geld

Sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr, fordert die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft (Verdi) für die Abgestellten im Öffentlichen Dienst. Die Arbeitgebervertreter taten diese Forderung als überzogen und schädlich für die Kommunen und Behörden ab. So legten am Donnerstag Beschäftigte der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition in Meppen (WTD91), das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Meppen sowie der Sparkasse Emsland die Arbeit nieder und gingen in den Warnstreik.

Lautstarker Umzug

Um 9.45 Uhr startete der lautstarke Umzug bei der WTD91 und bahnte sich über die Lathener Straße und Herzog-Arenberg-Straße den Weg über die Hase-Hubbrücke zum Windthorstplatz in der Innenstadt, wo Streikenden gegen 11 Uhr ankamen. Nach einer stärkenden Suppe folgten einige Reden von Gewerkschaftern, die lautstark die Zustimmung der Streikenden fanden. Neben mehr Geld wurden Übernahmegarantien für Auszubildende gefordert und die Abschaffung von befristeten Arbeitsverträgen.

„Lohnerhöhung wäre fair“

Für die Sparkassenangestellten seien die vergangenen Jahre entbehrungsreich gewesen, sagt Andreas Osteresch, stellvertretender Landesvorsitzender in der Verdi-Fachgruppe der Sparkassen. „Es wurden landesweit rund 15 Prozent des Personals abgebaut. Die Arbeitsbelastung ist dadurch gestiegen. Es wäre nur fair, wenn dies durch eine Lohnerhöhung finanziell ausgeglichen würde. Denn wir leisten unseren Beitrag.“ Weiter wurde hart kritisiert, dass versucht werde, die Sparkassenangestellten aus dem Flächentarifvertrag zu drängen. Dies sei eine Gefahr für den sozialen Frieden im Land.