Infomarkt im Kossehof Planfeststellung zur E233 bei Meppen startet in Kürze

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Meppen. Mit einem öffentlichen Infomarkt haben der Landkreis Emsland und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau die Planfeststellungsunterlagen für den ersten Abschnitt der Europastraße 233 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Infomarkt fand am Dienstag von 15 bis bis 20 Uhr im Meppener Kossehof statt und diente der Vorabinformation. Später sind die mehr als 15 Aktenordner umfassenden Planunterlagen vier Wochen lang öffentlich einsehbar, dann auch im Internet. Privatleute sowie Träger öffentlicher Belange können dann sechs Wochen lang Einwendungen formulieren, die erörtert und gegebenenfalls bei den abschließenden Planungen berücksichtigt werden. Der Termin für die öffentliche Auslegung steht aber noch nicht fest.

Landrat Reinhard Winter freute sich, dass sich vor dem Hintergrund der Bedeutung des Verfahrens alle Interessierten aus erster Hand vorab über den Planungsstand des ersten Abschnitts zwischen der A31 und der B70 in Meppen informieren könnten. Er erläuterte, gemeinsam mit dem Landkreis Cloppenburg sei man bei der Planung weit vorangekommen, er hoffe, mit weiteren Planfeststellungsverfahren im kommenden Jahr starten zu können. Die Kreisverwaltung gehe derzeit weiter von Kosten in Höhe von 719,1 Millionen Euro für die Gesamttrasse aus. „So steht es im Bundesverkehrwegeplan. Eine andere Zahl kennen wir nicht.“ Allerdings liege es auf der Hand, dass es angesichts der fortschreitenden zeit inflationsbedingt zu Kostensteigerungen kommen könne.

Fünf Stationen

Projektleiter Detlev Thieke erläuterte bei einem Rundgang die fünf Stationen des Infomarkts. An Stand eins informierte der Leiter der Straßenbaubehörde Standort Lingen, Klaus Haberland, über das Gesamtprojekt. Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein, gleichzeitig Vorsitzender des Städterings Zwolle-Emsland, verwies auf die europaweit verbindende Wirkung der Straße und ihre Bedeutung für die Wirtschaft. An den weiteren Stationen ging es um die Belastungen für die Umwelt, den Lärmschutz, den Flächenkauf und den Trassenverlauf im Detail. Hier antworteten die jeweils zuständigen Planer auf die Fragen der Bürger, die ab 15 Uhr relativ zahlreich in den Kossehof kamen.

Für den ersten Abschnitt werden 165 Hektar Land benötigt – 55 Hektar für die deutlich verbreiterte Trasse selbst. 110 Hektar benötigt man für die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen für den Schaden an der Natur. Diese fallen auch deshalb so hoch aus, weil die Trasse bei Versen durch ein FFH-Gebiet führt und damit durch ein Naturschutzgebiet mit der höchsten Schutzklasse der EU.

Viel Fläche nötig

Vorgesehen ist der Ausgleich des Flächenverbrauchs und der Naturschäden an zwei zentralen Standorten, nämlich einer künstlichen Halbinsel rund um das Naturschutzgebiet Borkener Paradies und auf Flächen im Papenbusch bei Borken. Hier sollen gebündelt Naturräume geschaffen werden, die dem früheren Bild der Emsschleifen oder naturnaher Wälder entsprechen. Eine Verteilung der Ausgleichsmaßnahmen auf viele dezentral gelegene Flächen hätte bei weitem nicht den Effekt für die Natur, heißt es von den Planern. In diesem Fall benötigte man deutlich mehr Fläche.

Allerdings befinden sich die für den Ausgleich ins Auge gefassten Äcker noch im Besitz von Landwirten – Verkaufsgespräche laufen. Und das Amt für regionale Landentwicklung in Meppen (ArL) ist weiter an Flächenkäufen entlang der gesamten Trasse interessiert.

Auch der Lärmschutz dürfte ein wichtiges Thema sein. Hier wird berechnet, wie hoch die Lärmbelastung durch die neue Straße im Jahr 2030 sein wird. Laut Berechnung sind 65 Wohngebäude von Straßenlärm beeinträchtigt, 54 davon sollen durch eine Lärmschutzwand in Höhe der Versener Feuerstiege oder Wälle geschützt werden. Bei elf weiteren Gebäuden ist passiver Lärmschutz etwa durch neue Fenster kostengünstiger als große Maßnahmen. Bewertet wird nur der Lärm der Straße. Vorhandene Hintergrundbelastungen aus anderen Quellen spielen keine Rolle.

Die Bürgerinitiative Exit E233 verteilte Flyer mit ihren Argumenten gegen den Ausbau.


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