Waren bestellt, ohne sie bezahlen zu können Amtsgericht Meppen verhängt zwei Jahre Haft wegen Betrugs

Von Heiner Harnack

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Zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilte das Amtsgericht Meppen eine 38-jährige Angeklagte wegen Betrugs. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaZu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilte das Amtsgericht Meppen eine 38-jährige Angeklagte wegen Betrugs. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Meppen. Eine 38-jährige Frau hat wiederholt Waren über das Internet bestellt, obwohl sie wusste, dass sie diese nicht bezahlen können würde. Das Meppener Schöffengericht verurteilte sie deshalb zu zwei Jahren Gefängnis.

Der Staatsanwalt warf der bereits vorbestraften und in Haft sitzenden dreifachen Mutter vor, über einen Zeitraum von zwei Monaten Waren im Wert von 5086,67 Euro bestellt zu haben. Sie habe die Verfügungsgewalt über die Waren wie Kleidung, Schuhe, Schmuck, Büroartikel, Parfüm und einen Besteckkasten erhalten wollen, um diese selbst zu nutzen oder weiter zu verkaufen, hieß es.

Die Angeklagte, die eine schriftliche Erklärung verfasst hatte, ließ diese über ihre Anwältin verlesen. Irgendwann sei alles aus dem Ruder gelaufen und sie habe sich bei jeder Paketsendung gefreut wie zu Weihnachten. Der Vorsitzende Richter erkundigte sich nach der Biografie der Angeklagten, die zusammen mit ihrem Ehemann drei Kinder im Alter von 17, 14 und acht Jahren hat, welche derzeit im Internat beziehungsweise bei Verwandten lebten. Derzeit absolviere sie im Gefängnis eine Kochlehre und mache eine Sozialtherapie, erzählte sie weiter.

Aus dem Ruder gelaufen

Der vor Gericht anwesende Psychiater meinte, es gebe keine Hinweise auf eine Depression. Auch das Denken der Angeklagten könne man als geordnet bezeichnen: Die Frau habe einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 97. Es habe weder eine Psychose noch eine Suchterkrankung oder eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden können, sodass letztlich die volle Schuldfähigkeit der Angeklagten festzustellen sei.

Auf Nachfrage des Staatsanwalts antwortete die Frau, dass sie Waren lediglich verkauft habe, wenn es zuhause mit dem Geld knapp geworden sei. Zudem sei sie selbst im Jahr 2015 in Privatinsolvenz gegangen, die sich unter anderem aus Mietschulden ergeben habe.

Mehrfach vorbestraft

Die Beschuldigte war bereits wegen Betrugs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vorbestraft. Mit Blick auf das Gesamtbild forderte der Anklagevertreter in seinem Plädoyer einen Freiheitsentzug von zwei Jahren ohne Bewährung, dem sich auch die Vertreterin der Verteidigung anschloss: Der Vollzug im Gefängnis laufe gut, sodass die Zeit dort auch etwas für später bewirke, sagte die Anwältin.

Der Vorsitzende Richter erkannte an, dass die Angeklagte die Taten vollumfänglich eingeräumt hatte. Aufgrund der Vorstrafen und keiner dem Gericht bekannten mildernden Umstände könne keine Bewährung zuerkannt werden, sodass der Forderung des Staatsanwalts nachgekommen und die Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt wurde.


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