Uni und NABU kooperieren Imagekampagne für naturnahe Gärten im Emsland

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Meppen. Dass in einem Garten bunte Blumen wachsen ist nicht mehr selbstverständlich: immer häufiger bestimmen sterile Kies- und Splittbeete das Bild. Studentinnen der FH Lingen haben jetzt für den Naturschutzbund eine Imagekampagne für naturnahe Gärten entwickelt.

Nejfe El Abed, Jana Freese, Quynh Huong und Johanna Rakel studieren Betriebswirtschaft und Management, beschäftigen sich also in ihrer Berufsausbildung nicht mit Gärten und Naturschutz. Weil aber alle Studierenden eine Projektarbeit erstellen müssen und der Naturschutzbund Emsland/Grafschaft Bentheim mit der Uni Osnabrück und ihrem Standort Lingen kooperiert, fand die Idee von NABU-Geschäftsführerin Jutta Over, sich mit den um sich greifenden Steinwüsten zu beschäftigen genügend Interessierte.

Over bedauert, dass immer mehr Gärten mit Vlies ausgelegt und mit verschiedenfarbigen Steinen gestaltet werden – denn für die Natur bleibe da nicht viel Platz und auch das Bild einer Siedlung verändere sich sehr zum Negativen. Dabei müssten Kiesgärten nicht artenarm daherkommen – wenn man Pflanzen verwende, die trockene und warme Standorte lieben, könne auch eine bunte Blumenpracht entstehen.

Die vier 21 bis 28 Jahre alten Studentinnen haben sich ein Semester lang mit dem Thema beschäftigt und dafür insgesamt 78 Emsländer befragt. Zielgruppe waren 25 bis 40-jährige Meppener und Lingener, die gerade ein Haus bauen und/oder einen Garten anlegen. Die vier Studentinnen haben ihre Gesprächspartner an einem Baumarkt in Lingen, in den Wohnbaugebieten Esters Hof in Meppen und Heuesch in Lingen sowie auf dem Uni-Campus gefunden.

Die Ergebnisse der Befragung können hier nur tendenziell wiedergegeben werden und bilden nur Trends ab. Die aber sind relativ eindeutig: mehr als ein Drittel der Befragten verwendet im Garten Kies oder Steine, aber immerhin 40 freuen sich auch über viele Blumen im eigenen Garten. Mehrfachnennungen waren möglich.

Tote Kiesschüttungen

Für einen Kiesgarten entschieden sich die Menschen demnach aus optischen Gründen und weil sie sie für pflegeleicht halten. Ein Drittel der Befragten setzt Chemie im Garten ein, nur ein Prozent hat sich bei der Gartengestaltung auch durch Naturschutzverbände wie den NABU beraten lassen. 28 Prozent verfügen über keinerlei Informationen über naturnahe Gärten.

Daraus haben die vier Studentinnen drei Vorschläge abgeleitet. Zum einen empfehlen sie dem NABU, einen Modellgarten anzulegen und dort zu zeigen, was sich in einem Naturgarten pflegeleicht umsetzen lässt. Daran arbeite der NABU bereits mit seinem Garten an der Landwehr in Meppen, sagte Jutta Over.

Zweiter Vorschlag: Verbesserung des Internetauftritts mit gezielten Informationen zu Naturgärten. Damit wird sich in den kommenden Monaten eine Mitarbeiterin beschäftigen. Und zum dritten empfehlen die Studentinnen, das Thema über Messestände in die Öffentlichkeit zu tragen.

Sie plädieren dafür, die Gartenbesitzer nicht zu bevormunden, sondern sie zu Mischgärten zu ermuntern, in denen auch die Natur ihren Platz finden könne. Außerdem, und das mag eine wichtige Erkenntnis sein: Kiesgärten seien alles andere als pflegeleicht.

Denn durch Regen oder Laubfall gelangen organisches Material und Samen in die Steinschüttung und sorgen früher oder später für Begrünung. Weil aber ein Vlies unter den Steinen liegt, lassen sie Beikräuter nicht so gut hacken, sondern müssen einzeln ausgerissen werden. Vielfach komme dann allerdings Gift zum Einsatz.

Jutta Over berichtete zudem, dass Algen die Steine schnell grün werden ließen. Sie kenne allerdings Fälle, in denen die Steine dann abgeholt, gewaschen und wieder ausgebracht worden seien.


Tipps für eine naturnahe Gestaltung von Gärten gibt die Nabu-Broschüre ‚Gartenlust – für mehr Natur im Garten“. Sie ist gegen Einsendung von zehn Briefmarken zu 70 Cent erhältlich: NABU Niedersachsen, Stichwort ‚Gartenlust‘, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

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