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Moorbrand wütet bereits seit acht Tagen

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Meppen. Hunderte von Bürgern haben sich in den vergangenen Tagen bei der Leitstelle des Landkreises Emsland über Geruchsbelästigungen im angrenzenden Bereich der Wehrtechnischen Dienststelle Meppen beschwert. Wie WTD-Direktor Dr. Peter Hennl gestern unserer Zeitung mitteilte, wird alles unternommen, um den Moorbrand zu löschen.

Allerdings ist dies kein einfaches Unterfangen: „Das Areal ist von Blindgängern verseucht.“ Deshalb könne er auch nicht verantworten, dass seine Feuerwehrmänner die 300 mal 500 Meter große Moorfläche betreten. Tatsächlich sieht man vielerorts auf dem verbrannten Boden Übungsmunition. Wie Hennl gestern sagte, wurde auf dieser Fläche vor dem Zweiten Weltkrieg auch oft mit scharfer Munition geschossen. Blindgänger steckten metertief im Moor.

Das Feuer wurde am 7. Juli nachmittags durch einen Übungsschuss verursacht. „Es wurden zwei Brände entfacht“, so Hennl. Einen hätten seine Leute jedoch schnell löschen können.

Seitdem habe er 13 Einsatzkräfte rund um die Uhr im Dauereinsatz. Dabei ist das Areal sehr schwer zugänglich. Nur unbefestigte Sandwege führen an den Rand der Moorflächen im Naturschutzgebiet. „Wir müssen die Wege mit Raupenfahrzeugen gangbar machen“, schildert er die Problematik. Auch die Löschwasserversorgung gestalte sich sehr schwierig. Das Gebiet wird an drei Seiten von Gräben umgeben. Bei dem hohen Löschwasserverbrauch muss zusätzlich Wasser von der Radde in die Gräfte gepumpt werden. „Wir wollen den Wasserstand in den Gräften hochhalten, damit das Moor nicht zusätzlich austrocknet und das Feuer sich unterirdisch weiter ausbreiten kann“, erläutert der Leiter der WTD die Strategie.

Im Norden der Flächen laufen 30 Wassersprinkler rund um die Uhr, um ein Übergreifen der Flammen auf eine große angrenzende Bentgrasfläche zu vermeiden. „Das wäre eine Katastrophe“, bringt es Hennl auf den Punkt. Er ist jedoch sicher, dass dies vermieden werden kann. Für den Ernstfall stehe zudem ein Bundeswehrhubschrauber in Rheine in Alarmbereitschaft. Er könne mit einem Wasserfass bis zu 3000 Liter aufnehmen.

Auf die Frage, wie lange das Feuer noch weiter fackeln kann, zögert er zunächst mit der Antwort. Eine Woche könne es schon noch dauern. So sei die oberste Schicht des Moorbodens „knochentrocken“. „Es gibt überall Glutnester, und es kokelt unter der Erde vielerorts weiter.“ Ein wenig hofft Hennl auch auf den Beistand von oben. „Wenn es natürlich zwei Tage durchregnet, sind wir das Problem auch los. Dabei sind Flächenbrände auf der Erprobungsstelle nichts Besonderes. „Wir verzeichnen im Jahr 80 bis 100 Feuer.“ Diese würden in dem militärischen Sperrgebiet fast alle „erprobungsbedingt ausgelöst“.

Bildergalerie unter www.mt-net.de, www.ez-net.de und www.lt-net.de


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