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09.03.2018, 17:53 Uhr KOMMENTAR

Onlinehandel birgt für stationäre Geschäfte Risiken und Chancen

Kommentar von Tim Gallandi

Einkaufen per Computertastatur: Der Onlinehandel ist zur großen Konkurrenz für stationäre Geschäfte geworden. Symbolfoto: dpa/Jens BüttnerEinkaufen per Computertastatur: Der Onlinehandel ist zur großen Konkurrenz für stationäre Geschäfte geworden. Symbolfoto: dpa/Jens Büttner

Meppen. Der Internethandel erfährt seit Jahren enorme Umsatzsteigerungen; gleichzeitig sehen sich stationäre Geschäfte bedroht. Für diese birgt die Digitalisierung neben Risiken aber auch Chancen. Ein Kommentar.

Der Onlinehandel bedroht die eingesessenen, stationären Geschäfte. Wer also eine lebendige Innenstadt ohne viele Leerstände will, muss Tablet und Smartphone zur Seite legen, runter vom Sofa und rein in die Läden. Oder?

Ganz so einfach ist es nicht. Erstens bringen nicht allein Anbieter wie Amazon den Ladenverkauf in Bedrängnis; ebenso schlagen Nachfolgeprobleme ins Kontor. Zweitens birgt das Internetgeschäft neben Risiken auch Chancen für den ortsansässigen Handel: Die Umsätze auf diesem Vertriebsweg steigen, wenngleich sie derzeit noch niedrig sind.

In der Verknüpfung von Online- und Offlinehandel sehen viele Fachleute die Zukunft. Der Breitbandausbau in ländlichen Regionen freilich wird die Tendenz zum Einkaufen per Mausklick eher noch erhöhen: bei Stadtrand- und Dorfbewohnern, die weite Wege scheuen, und genauso bei denen, die Einkaufen nicht als Erlebnis, sondern als Bedarfsdeckung sehen.

Im Fall Meppens sind Einzelhandel und Wirtschaftsförderung gefragt, auf diese Entwicklungen zu reagieren. Marketingaktionen laufen bekanntlich schon. Ob auch Online-Stadtportale wie in Osnabrück dem hiesigen Handel nützen könnten, wäre eine Überlegung wert.


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