IHK-Fachmann referiert Meppener Ausschuss betrachtet Folgen des Onlinehandels

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Die Meppener Innenstadt als Einkaufsort hat längst eine digitale Konkurrenz in Form des Onlinehandels erhalten. Foto: Tim GallandiDie Meppener Innenstadt als Einkaufsort hat längst eine digitale Konkurrenz in Form des Onlinehandels erhalten. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Mit dem Onlinehandel und seinen Auswirkungen auf die Innenstädte hat sich der Meppener Ausschuss für Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Kultur beschäftigt. Falk Hassenpflug von der Industrie- und Handelskammer (IHK) erörterte die Entwicklung – und wie die Städte darauf reagieren können.

Die Zahlen sind unmissverständlich: Allein von 2010 bis 2016 stieg der Umsatz des Onlinehandels deutschlandweit von 20,2 Milliarden Euro auf 44,2 Milliarden Euro. Wenngleich die Wachstumsrate zuletzt leicht sank, prognostizierte Hassenpflug für die nächsten zwei bis drei Jahre weitere Umsatzsteigerungen. Das hat Folgen: „Die Besuchsfrequenzen im Handel sind bundesweit rückläufig“, so der IHK-Projektleiter.

Bei einer Analyse von IHK und Uni Regensburg zur Digitalisierung im deutschen Einzelhandel wurden mehr als 8000 Händler befragt. Dabei sei herausgekommen, dass viele von ihnen mit einem Schrumpfen der Zahl stationärer Geschäfte rechneten. Die Quote der Geschäftsleerstände in Meppen sieht Hassenpflug gelassen: Sie liegt bei sechs Prozent; andernorts sei man da zweistellig.

Noch Wissensdefizite

Im IHK-Bezirk Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sind 700 Onlinehändler registriert. „Das ist nicht nur ein Phänomen von Amazon und Co.“, sagte Hassenpflug. „Auch der stationäre Einzelhandel widmet sich diesem Thema.“ Denn längst habe der Ladenverkauf erkannt, welche zusätzlichen Möglichkeiten dieser Vertriebsweg eröffne. Hier gelte es aber, die Chancen besser zu vermitteln. Der IHK-Experte attestierte vielen Händlern „noch Wissensdefizite zur Digitalisierung“.

Die Nutzung von Facebook als kostenlosem Marketinginstrument nehme zu. Weniger leicht und vor allem ziemlich teuer ist laut Hassenpflug dagegen die Einrichtung eines eigenen Onlineshops. Weitere Hürde: „Die Händler dürfen nicht ohne Weiteres ihr komplettes Portfolio online anbieten.“ Bestimmte Marken verwahrten sich gegen einen Verkauf auf diesem Weg, weil sie selbst Internetläden betrieben.

Lokale Plattformen

Der IHK-Fachmann nannte Beispiele von Städten wie Wuppertal, in denen der ortsansässige Handel seine Angebote auf einer gemeinsamen Internetseite gebündelt darstellt. In Osnabrück habe man sich damit zunächst schwergetan; ein privater Anbieter initiierte dann die Seite „Inosna“ als Marketing-Instrument. Ähnliche Projekte seien in jüngerer Zeit in Quakenbrück und Bramsche gestartet. Auch für den Harener Einzelhandel brachte Bürgermeister Honnigfort unlängst eine eigene Online-Plattform ins Gespräch.

„Es gab bis heute kein Portal dieser Art, das vom Fleck weg erfolgreich war“, warnte Hassenpflug vor überhöhten Erwartungen. So bedürfe es eines langen Atems. „Sichtbarkeit ist das, womit man sich als Stadt und Handel immer weiter beschäftigen muss“, resümierte er.

(Lesen Sie auch: Meppen peilt Umsetzung des Marketingkonzepts an)

An der Frage, wie sich der örtliche Handel in den Internethandel integrieren lasse, arbeite die Meppener Wirtschaftsförderung, bekräftigte deren Leiter Heinz Schöttmer. Gleichermaßen werde man die Belebung der Innenstadt und das Monitoring des Leerstands im Auge behalten.


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