Esterwegen und Emsbüren betroffen Zwei Förderschulen im Emsland droht Schließung

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Hoffen doch noch auf einen Erhalt der Hermann-Gmeiner-Schule in Emsbüren: (von links) die Schulleiter Jan Riestenpatt und Johanna Hartke, Bürgermeister Bernhard Overberg und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp. Archivfoto: Ludger JungeblutHoffen doch noch auf einen Erhalt der Hermann-Gmeiner-Schule in Emsbüren: (von links) die Schulleiter Jan Riestenpatt und Johanna Hartke, Bürgermeister Bernhard Overberg und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp. Archivfoto: Ludger Jungeblut

Meppen. Es gibt im Emsland insgesamt neun Förderschulen „Lernen“. Zwei von ihnen sind akut im Bestand gefährdet. Es sind dies die beiden kreiseigenen – die Waldschule Esterwegen sowie die Hermann-Gmeiner Schule in Emsbüren.

In der Sitzung des Schulausschusses des Landkreises Emsland im Gymnasium Marianum in Meppen sagte Erster Kreisrat Martin Gerenkamp aber auch: „Der Kreistag steht hinter seinen Förderschulen und will alle weiterführen.“ Anders als in benachbarten Landkreisen habe es im Emsland noch keine Schließungen gegeben. An den Schulen werde gute Arbeit geleistet. Nachdem die vorherige rot-grüne Landesregierung die Förderschulen abschaffen wollte, erlaubt der neue Koalitionsvertrag der SPD/CDU-Landesregierung eine Übergangszeit bis 2028 ein. Danach könnten dann letztmalig 2022 Kinder in der fünften Klasse eingeschult werden. Zurzeit gibt es keine fünften Klassen mehr.

13 Schüler Pflicht

„Laut dem neuen Erlass des Schulgesetzes sind aber auch mindestens 13 Schüler pro Einschulungsjahrgang notwendig“, sagte Gerenkamp. Diese Einschulungszahl scheine zumindest in Esterwegen und Emsbüren auch in Rücksprache mit den dortigen Schulleitern nicht möglich. Zusätzlich zu den fünf Förderschulen „Lernen“ des Landkreises gibt es vier weitere Förderschulen „Lernen“ in den Städten Haren (Christophorusschule), Meppen ( Pestalozzischule), Haselünne (Don-Bosco-Schule) und Lingen (Pestalozzischule). „Die vier Städte wollen ihre Schulen weiterführen“, ergänzte der Erste Kreisrat.

Echtes Erfolgsmodell

Ausschussvorsitzender Heribert Kleene (CDU) bezeichnete die Förderschulen als „Erfolgsmodell“. Er forderte die Eltern auf, ihre Kinder mit Förderbedarf rechtzeitig für die fünften Klassen anzumelden.

CDU-Kreistagsabgeordneter Heiner Reinert sagte, dass mögliche neue Schüler für die fünften Klassen auch aus den Tagesbildungsstätten kommen könnten. Dort würden jetzt nämlich sehr viel mehr Grundschüler als früher mit dem Förderbedarf „Lernen“ beschult.

Inklusion nicht gelungen

SPD-Kreistagsabgeordneter Rolf Hopster ergänzte: „Die Inklusion in den Regelschulen ist bislang nicht so gelungen.“ Elternvertreterin Doris Dirxen sagte: „Für die Eltern in Esterwegen ist die Waldschule sehr wichtig.“ Sie regte an, die Schule als Außenstelle der Pestalozzischule Papenburg weiterzuführen. Schulleiter Heinz Fehrmann ergänzte: „Wir betreuen als Waldschule zudem mit unserem Lehrpersonal über 40 Kinder über den Inklusionsgedanken in umliegenden Oberschulen.“



Birgit Wilke von der Förderschule in Aschendorf könnte sich ebenfalls eine Kooperation ihrer Förderschule „Sprache“ mit der Förderschule „Lernen“ in Esterwegen vorstellen. Gerenkamp sagte zu, dass die Kreisverwaltung die möglichen Lösungsvorschläge der Schulbehörde vorstellen werde.


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