Die Nachfrage ist ungebremst Grundstücke und Gebäude im Emsland werden teuer

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Meppen. Die Preise für Grundstücke und Gebäude im Emsland sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen, hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Osnabrück-Meppen festgestellt.

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich ungebremst fort, mussten die unabhängigen Gutachter bei der Auswertung der Daten aller 4469 notariell beglaubigten Verträge im Emsland entnehmen. Der Ausschuss unter Vorsitz von Katrin Kröner, Dezernatsleiterin Wertermittlung und Bodenordnung beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN), Regionaldirektion Osnabrück-Meppen, arbeitet im Auftrag des Landes Niedersachsen. Das jetzt veröffentlichte Zahlenwerk erfasst Umsätze, Preisniveau und Preisentwicklung in der Stadt Osnabrück und den Landkreisen Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim.

Trotz allerorts steigender Preise sei die Nachfrage ungebremst, berichtet Kröner. Eine Quelle der steigenden Preise für erschlossenes Bauland sei der steigende Wert von Ackerland, erklärt der stellvertretende Leiter des Gutachterausschusses, Clemens Rolfes. Hier gibt es eine Preisspanne von 8,70 Euro pro Quadratmeter in Salzbergen und 5,50 Euro in Rhede. Der mittlere Preis im Kreisgebiet stieg von 6,61 Euro im Jahr 2016 auf 7,27 Euro. Aber dies sei nicht allein der Preistreiber. Nicht bebaubare Gebiete unter Natur- und Landschaftsschutz, Überschwemmungsgebiete und militärische Sperrgebiete begrenzen vielerorts die für eine Bebauung geeigneten Flächen.

Die anhaltend hohe Nachfrage zeige sich in der Akzeptanz von höheren Preisen und darin, dass fast überall, wo neue Baugebiete ausgewiesen werden, die Grundstücke innerhalb kurzer Zeit vergeben sind. Gestiegen sind die Preise für bebaute Grundstücke. Kauf, Abriss und Neubau folgen aufeinander. Wenn es möglich ist, werden Einfamilienhäuser durch Appartementwohngebäude ersetzt, dies sei seit einigen Jahren Trend in den Städten, fiel dem Gutachterausschuss auf. Denn Eigentumswohnungen sind sehr begehrt, was sich an den steigenden Preisen zeigt.

617 Millionen Euro

Im Landkreis Emsland wurden im vergangenen Jahr Grundstücke und Immobilien für insgesamt 617 Millionen Euro gehandelt. Über einen längeren Zeitraum gesehen, ist die Zahl der abgeschlossenen Verträge stabil, ebenso die Größe der gehandelten Gesamtfläche. Aber der Geldumsatz steigt. Damit folge das Emsland der Entwicklung im Land Niedersachsen, sagte Rolfes.

Freie Grundstücke für den Wohnungsbau haben im Emsland eine große Preisspanne. In den begehrtesten Wohnlagen in Lingen, Meppen, Haren und Papenburg wurden Preise von über 200 Euro pro Quadratmeter erzielt. Bei den durchschnittlichen Preisen für Grundstücke in mittlerer Lagen, ohne Erschließungsbeiträge, lagen die Städte Lingen mit 195 Euro, Meppen mit 140 Euro und Papenburg mit 105 Euro im Emsland an der Spitze. Am günstigsten waren Breddenberg und Groß Berßen mit 20 Euro, Lahn mit 21 Euro und Sustrum mit 23 Euro. Dennoch sind auch in manchen ländlichen Gemeinden Baugrundstücke knapp und teuer. Emsbüren übertrifft mit einem Durchschnittspreis von 100 Euro die Städte Haren, 95 Euro und Haselünne, 92 Euro. Auf diesem Preisniveau bewegt sich Salzbergen mit 90 Euro, gefolgt von Spelle, 85, Werlte und Sögel,beide 80 Euro.

Durchschnittspreise für Bauland im Landkreis Emsland 2017. Grafik: Heiner Wittwer/noz

Relativ günstig sind im Emsland die Flächen in Gewerbegebieten. In einzelnen Fällen zahlten Betriebe pro Quadratmeter weniger, als die Kommunen für den Ankauf von Ackerland zahlen müssen, stellte der Gutachterausschuss fest. Andererseits sind die Durchschnittspreise für einen Quadratmeter in bester Lage im Geschäftsgebiet von Lingen auf einen Wert von 1500 Euro pro Quadratmeter gestiegen.


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