Gelungene Theateradaption Monsieur Claude und seine Töchter in Meppen

Von Michael Potthast

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Meppen. Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ war eine amüsante Bühnenfassung der Filmkomödie von Philippe de Chauveron und Guy Laurent aus dem Jahr 2014 vor ausverkauftem Haus in Meppen zu sehen.

Claude Verneuil (Ralf Novak) könnte als Prototyp des europäischen Populisten zählen: stockkonservativ, patriotisch und politisch rechts von der Mitte angeordnet steht der erzkatholische Mann der europäischen Idee skeptisch gegenüber. Seine vier Töchter Adéle (Janina Moser), Isabelle (Katharina Gschnell), Michelle (Fee Denise Horstmann) und Laura (Laura Antonelle Rauch) heiraten zu seinem Leidwesen einen Juden, einen Muslim, einen Asiaten und einen Farbigen. Beim Aufeinandertreffen der Familien stellt sich heraus, dass nicht nur Claude voller Vorurteilen steckt, sondern auch Lauras Schwiegervater. Doch letztlich wendet sich nach allerlei Turbulenzen das Blatt zum Guten innerhalb der neuen großen Familie.

Das Theater a.gon münchen gehört mit seinen Gastspielen mittlerweile zum festen Bestandteil des Programms der Theatergemeinde Meppen. Das schlicht gehaltene Bühnenbild von Thomas Pekny wird bestimmt durch flexibel einsetzbare und während des Stückes für unterschiedliche Konstellationen genutzte Elemente, die stellenweise durch leider in den Proportionen etwas zu klein geratene aber gelungene Projektionen von Peter Schultze bereichert werden.

Regisseur Thomas Zimmermann, der auch für die Bühnenfassung verantwortlich zeichnet, zeigt bei dieser Inszenierung erneut sein Gespür für Komik und Stringenz, bei der das Ernsthafte nicht verloren geht. Ebenso wie seine Schauspielerriege: Aus vorigen Inszenierungen bekannte Gesichter mischen sich mit neuen Darstellern. Allesamt wissen sie die Intention der Inszenierung in den meist kurzen und kurzweiligen Szenen zu vermitteln. Und vielleicht gerät Kaufmanns Bühnenfassung gerade durch diese Aspekte noch etwas mehr als der Film neben aller Komik zu einem in dieser Zeit äußerst passenden Plädoyer für Toleranz und Offenheit.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN