Darstellerische Glanzleistungen Nacht der Musicals begeistert Publikum in Meppen

Von Daniel Lösker

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Meppen. Die Nacht des Musicals hat das Publikum im voll besetzten Theater in Meppen begeistert.

Die Musicalgala bezeichnet sich selbst als die erfolgreichste der Welt. Und damit dies auch ordentlich bekräftigt wird, hängt man ihr auch noch das Attribut „aller Zeiten“ an. Abgesehen davon, dass Letzteres kaum möglich ist, da wir alle nicht wissen, was noch folgen wird, ist der Superlativ maßlos übertrieben. Aber sei es drum. Die Protagonisten, sprich die Sängerinnen und Sänger – oder sollte man im Zusammenhang mit der Gattung eher von Darstellerinnen und Darstellern sprechen – machen ihre Sache ausgezeichnet.

Queen-Musical

Janina Wilhalm, die während des Abends, wie alle anderen, in unterschiedlichste Rollen schlüpft, hat ihre großen Auftritte als Adrian Pennino, der Frau von Box-Star Rocky Balboa, oder – eindrucksvoll interpretiert – im Queen-Musical „We will rock you“. Dabei zeigt sie, dass sie die in der Szene besonders benötigte Stimmgewalt besitzt. Elvira Maria Kalev merkt man erfreulicherweise an, dass sie auch in der Welt der Oper zu Hause ist. Mit dynamisch und stimmtechnisch durchaus feiner Nuancierung kann sie überzeugen. Johannes Beetz verfügt ebenfalls über reichlich Erfahrung im klassischen Bereich. Das befähigt ihn zu musikalisch besonderen Leistungen.

Höhepunkt der Gala

Schließlich ist da noch Martin Markert. Sein ganz besonderer Auftritt als Frank’N’Furter kann getrost als Höhepunkt der Gala bezeichnet werden. Den glamourösen Transvestiten aus der „Rocky Horror Show“ verkörpert er mit sichtlicher Freude am eigenen Spiel, welches das Meppener Publikum einbezieht. Außerdem ist er stimmlich über jeden Zweifel erhaben.

Wenig inspiriert

Die Qualität der Genannten und des gesamten Ensembles – hier seien die guten tänzerischen Leistungen hervorzuheben – kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass choreografisch die euphorisch angekündigte Gala viele Fragen offenlässt. Ein wenig Inspiriertes, um nicht zu sagen einfallsloses Aneinanderreihen der verschiedenen Nummern reicht nicht aus, um die bereits genannten Lobpreisungen der Show zu rechtfertigen. Darüber kann auch die eingesetzte Licht- und Videotechnik kaum hinwegtäuschen. Man wünschte und könnte es wohl auch erwarten, eine Art roter Faden begleite durch den Abend.

Sängerische Defizite

So haben die Bühnendarsteller auch etwas Mühe, dass Meppener Publikum in Wallung zu bringen. Im ersten Teil gelingt dies erst bei dem Abba-Musical „Mamma mia!“. Zwar sind dort leider ein paar sängerische Defizite in Bezug auf die gemeinsame Intonation zu vernehmen, die Musik der unvergesslichen Schweden aber ist es, die sofort gute Laune im Saal aufkommen lässt. Nach der Pause scheint der Knoten geplatzt, was auch an der bereits erwähnten darstellerischen Glanzleistung in der „Rocky Horror Show“ liegt.

Zeitlose Unverwechselbarkeit

Abgesehen davon funktioniert das Bühnen-Publikum-Miteinander erstaunlicherweise am besten bei jener Musik, die ursprünglich nicht für das Musicalgenre geschrieben wurde. Im Gegensatz zu diesem nämlich sind die Werke der unvergesslichen Bands Abba und Queen, des charismatischen Österreichers Falco oder des „unsterblichen“ Udo Jürgens von einer zeitlosen Unverwechselbarkeit. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass mit dem abschließenden „Ich war noch niemals in New York“ der Meppener Theatersaal dann endgültig auf Höchsttemperatur gebracht wird.


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