Keine ausreichenden Beweise Gericht in Meppen spricht mutmaßliche Hehler frei

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Mit einem Freispruch endete die Verhandlung am Amtsgericht gegen zwei mutmaßliche Diebe und Hehler. Foto: Benjamin HavermannMit einem Freispruch endete die Verhandlung am Amtsgericht gegen zwei mutmaßliche Diebe und Hehler. Foto: Benjamin Havermann

ga Meppen. Der Strafrichter beim Amtsgericht Meppen hat zwei Männer vom Nordhümmling vom Verdacht des schweren Diebstahls und der gewerbsmäßigen Hehlerei freigesprochen.

Die Anklage hielt den beiden Männern vor, in fünf Fällen Buntmetall gestohlen und an einen Meppener Schrotthändler verkauft zu haben. Dafür erhielten sie Bargeld in Höhe von circa 930 Euro.

Die beiden Angeklagten, Onkel und Neffe, ließen durch ihre Anwälte jeweils eine Erklärung verlesen. Der Neffe erklärte, sein Onkel habe früher einen Schrotthandel betrieben. Daher habe er geglaubt, dass alles legal sei. Die Verhandlung beim Schrotthändler habe er geführt, da man bei Ablieferung von Buntmetall einen Personalausweis vorlegen muss. Sein Onkel habe aber über keinen verfügt. Das Geld sei an seinen Onkel geflossen.

Der Onkel wiederum sagte aus, dass er seinem Neffen einen Gefallen getan habe. Dieser sei nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis und benötigte einen Fahrer, der ihn mit dem gesammelten Schrott zum Händler nach Meppen fahren konnte. Dem Gericht legte er seinen zur Tatzeit gültigen Pass vor. An ihn sei kein Geld geflossen, es war eben ein Freundschaftsdienst. Sein Neffe habe mit dem Schrotthändler verhandelt und das Geld für sich behalten. Diebstähle oder eine Hehlerei habe er nicht begangen. Wegen der gegenseitigen Beschuldigungen kam es vor Gericht zwischen den beiden zu einem offenen verbalen Streit, den der Richter energisch unterband.

Die Zeugen des Schrotthandels sagten aus, dass die beiden Angeklagten fünfmal den Handel aufgesucht hatten. Hinsichtlich der Mengen der Metalle konnten sie keine genauen Angaben machen, nur zum ausgezahlten Geld. Mitarbeiter des durch zwei Einbrüche geschädigten Wasserverbandes Hümmling konnten nur Schätzungen zum Gewicht des gestohlenen Kupfers abgeben und sich auf die Rechnung des Dachdeckers berufen.

Der ermittelnde Beamte erläuterte, wie er auf die Angeklagten gekommen ist. Die von ihnen abgelieferten Mengen an Kupfer entsprachen der Menge, die beim Wasserverband Hümmling gestohlen worden ist. Einen Nachweis, wie die Angeklagten in den Besitz des abgelieferten Buntmetalls gekommen sind, konnte er nicht erbringen.

Die Staatsanwältin kam zu der Erkenntnis, dass die Angeklagten in den ersten drei Fällen freizusprechen seien. In zwei Fällen sah sie den Tatbestand der gewerbsmäßigen Hehlerei erfüllt, da sie davon ausging, dass das Kupfer beim Wasserverband gestohlen und von den Angeklagten verkauft wurde.

Sie verlangte für den Onkel eine Freiheitsstrafe sieben Monaten, die zur Bewährung aussetzen könne, für den Neffen forderte sie eine Freiheitsstrafe von acht Monaten.

Die beiden Verteidiger sahen die Tatvorwürfe als nicht bewiesen an, da weder Tat- noch Sachbeweise vorgelegt worden seien. Dieser Sichtweise schloss sich der Strafrichter an und sprach die beiden Angeklagten frei.


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