Von Mitgliederschwund bedroht Vorstand des Freundeskreises Emsland wechselt nach 26 Jahren

Von Heiner Bange

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Der neue Vorstand des Freundeskreises Emsland: Vorsitzender Herbert Hakenholt, zweiter Vorsitzender Norbert Struckmann, stellvertretende Kassiererin Anneliese Luer, dritter Vorsitzender Hans-Jürgen Assen, Kassierer Josef Knuck, stellvertretender Geschäftsführerin Karin Plesse, Ehrenvorsitzender Hanfried Steffens und Geschäftsführer Alfred Hinrichs (v.l.). Foto Heiner BangeDer neue Vorstand des Freundeskreises Emsland: Vorsitzender Herbert Hakenholt, zweiter Vorsitzender Norbert Struckmann, stellvertretende Kassiererin Anneliese Luer, dritter Vorsitzender Hans-Jürgen Assen, Kassierer Josef Knuck, stellvertretender Geschäftsführerin Karin Plesse, Ehrenvorsitzender Hanfried Steffens und Geschäftsführer Alfred Hinrichs (v.l.). Foto Heiner Bange

Meppen. Nach 26 Jahren als erster Vorsitzender des Freundeskreises Emsland hat Hanfried Steffens bei der Mitgliederversammlung im Gustaf-Adolf-Gemeindesaal auf eine erneute Wiederwahl verzichtet. Mit emotionalen Worten bedankte sich Geschäftsführer Alfred Hinrichs bei seinem langjährigen Chef für dessen unermüdlichen Einsatz zugunsten der Suchtkrankenhilfe im Landkreis Emsland. Als Nachfolger wurde Herbert Hakenholt von den anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt.

Vor Einstieg in ihr Arbeitsprogramm wurde den verstorbenen Mitgliedern gedacht, wobei Hinrichs besonders den Tod von Carl Heinz Hack erwähnte, der vor über 40 Jahren als Mitbegründer des Bundesverbandes die Geschicke der ehrenamtlichen Suchtkrankenhilfe entscheidend mitgeprägt habe. Hack sei von 1982 bis 1997 Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freundeskreise gewesen. In dieser Zeit habe er unter anderem durch einen guten Draht zur Politik entscheidende Impulse für die Selbsthilfe gesetzt.

Mitgliederschwund

Seit längerer Zeit muss sich der Freundeskreis mit der Problematik eines Mitgliederschwundes auseinandersetzen. Laut Hinrichs ist die Mitgliederzahl des Vereins in den letzten 30 Jahren von rund 240 auf nun 119 gesunken. Der Geschäftsführer nennt als Ursache hierfür vor allem die personelle Ausweitung des hauptamtlichen Beratungsangebots bei Caritas und Diakonie. Dadurch würden insbesondere junge Abhängige nicht mehr den Weg in die Selbsthilfe finden. Trotz dieser nicht erfreulichen Entwicklung richtete Alfred Hinrichs den Appell an alle aktiven Mitglieder, in ihrem Einsatz für den Nächsten nicht nachzulassen. „Wer Selbsthilfe kennengelernt hat, weiß erst, was Selbsthilfe bedeutet“, so der Geschäftsführer.

Kooperation mit Kreuzbund

Zukunftsgerichtet will der Freundeskreis seine Strukturen und Angebote den heutigen Erfordernissen anpassen. Insbesondere ist nach den Worten von Alfred Hinrichs daran gedacht, die Kooperationen mit anderen Institutionen zu intensivieren. Als ein Beispiel nannte der Geschäftsführer eine gemeinsame Präsenz von Freundeskreis und Kreuzbund auf der Entgiftungsstation des St. Vinzenz-Hospitals Haselünne. Und auch mit der Koordinierungsstelle für Selbsthilfe (Kobs) gebe es ein gutes Miteinander. Mit den verantwortlichen Mitarbeiterinnen werde man in diesem Jahr ein neues Info-Angebot erarbeiten, das in den dortigen Räumlichkeiten stattfinden solle.

30 Jahre abstinent

Seinen Rechenschaftsbericht schloss der Geschäftsführer mit einer langjährigen Tradition: Es wurden Mitglieder geehrt, die teilweise seit vielen Jahren suchtabstinent leben. Dieses Mal erhielten Herbert Gösse für 15 Jahre und Peter Müller für 30 Jahre „Abstand vom Alkohol“ je einen Blumenstrauß.

Dem Bericht des Kassierers Josef Knuck folgten die Entlastung des Vorstandes und die Neuwahl des Führungsgremiums. Die Nachfolge von Hanfried Steffens als 1. Vorsitzender tritt Herbert Hakenholt an, der von der Versammlung ein einstimmiges Votum erhielt. Nach dem Verzicht von Heinz Schüring wird Norbert Struckmann neuer zweiter Vorsitzender, dritter Vorsitzender bleibt Hans-Jürgen Assen, stellvertretende Geschäftsführerin Karin Plesse. Die übrigen Vorstandspositionen standen dieses Mal nicht zur Wahl.

Garant für Beständigkeit

Mit „tosendem“ Beifall quittierte die Versammlung den Vorschlag des Geschäftsführers, den scheidenden Vorsitzenden Hanfried Steffens zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. In seiner Laudatio erinnerte Hinrichs an den Beginn der Amtszeit von Steffens im Jahre 1992, in dem der Verein ebenfalls vor großen Veränderungen gestanden habe. „Mit deiner ruhigen und ausgeglichen Art hast du auch in dieser Zeit wie ein Fels in Brandung gewirkt und warst dadurch ein Garant für Beständigkeit“, so der Geschäftsführer. Als Dankeschön für seinen unermüdlichen Einsatz wurde Hanfried Steffens unter anderem die goldene Ehrennadel sowie ein Fotobuch mit vielen Schnappschüssen aus „vergangenen Zeiten“ überreicht.

Neue Räumlichkeiten

Seit vielen Jahren nutzen die Meppener Gruppen eine von der Stadt mietfrei zur Verfügung gestellte Immobilie an der Industriestraße. An dem Vorschlag des Vorstandes, dieses ältere und sehr unterhaltungsbedürftige Haus aus Kostengründen aufzugeben, entzündete sich eine lebhafte Debatte. Seitens des Vorstandes wurde die Überzeugung geäußert, alle Meppener Gruppenangebote künftig in verfügbaren kirchlichen beziehungsweise öffentlichen Gebäuden innerhalb des Stadtgebietes unterbringen zu können. Eine Mehrheit der Mitglieder stimmte für diesen Vorschlag.


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