Ein Bild von Tim Gallandi
25.02.2018, 18:01 Uhr KOMMENTAR

Politisches Speed-Dating mit ordentlicher Resonanz

Kommentar von Tim Gallandi

Beim politischen Speed-Dating im Meppener Jam vertrat Heiner Rehnen (Bildmitte) die AfD. Foto: Tim GallandiBeim politischen Speed-Dating im Meppener Jam vertrat Heiner Rehnen (Bildmitte) die AfD. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Wenn Veranstaltungen wie nun das erste politische Speed-Dating für junge Leute im Meppener Jam anstehen, geht es auch um die Frage des Umgangs mit der AfD. Dass die Organisatoren an ihrem Kurs festhielten, niemanden auszuschließen, war im Nachhinein richtig. Ein Kommentar.

Fast wäre das politische Speed-Dating in Meppen ins Wasser gefallen. Ausschlaggebend dafür, dass die Premiere der Veranstaltung kurzzeitig auf der Kippe stand, war die Frage, wie mit der AfD umzugehen ist. Soll man die Rechtspopulisten vom öffentlichen Diskurs ausschließen? Oder soll man sie einbinden, um ihre Standpunkte zu hören und gegebenenfalls entlarven zu können?

Das direkte Kontern der Argumente des politischen Gegners war den Parteienvertretern im Jam zwar nicht möglich. Hätten die Organisatoren den Abend mit informativem Charakter deshalb gestrichen, wäre es im Nachhinein trotzdem bedauerlich gewesen.

Denn man sollte den Besuchern trotz ihres jungen Alters genügend Urteilskraft zugestehen, die einzelnen Positionen bewerten zu können, ohne sich in Nullkommanichts indoktrinieren zu lassen. Auch hatten alle Politiker die gleichen Bedingungen. Und weniger als ein Fünftel aller Teilnehmer gab am Ende unverbindlich an, nun zu einer anderen Partei zu tendieren als zu Beginn.

Die zahlenmäßige Resonanz auf das Ereignis war ordentlich. Man mag sie als Indiz dafür sehen, dass die Generation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen doch nicht so unpolitisch und unkritisch ist wie manche es ihr unterstellen.


Der Artikel zum Kommentar